Márquez schlägt zu: 30 punkte geraubt, ducati-kalender jetzt sein spielfeld
Dreissig Zähle. Ein Biss. Marc Márquez hat in Ungarn ausgerechnet Marco Bezzecchi die Tabellenführung entrissen – und die MotoGP-Welt gerät in einen neuen Rhythmus. Aprilia war schon in der Vorsaison 2026 der Favorit, doch seit dem gestrigen Sonntag drückt Ducati die Daumenschrauben an.
Im Boxengang von Davide Tardozzi klingt das anders: „Er ist noch lange nicht fit.“ Der Teamboss zieht die Bremse, bevor Jubel laut wird. „Diese Strecke ist ein Linkskrümer-Parcours, simpel für ihn, aber Bezzecchi, Martín, Di Giannantonio – alle stürzten. Wir profitierten vom Pech der anderen, das gehört zum Geschäft.“
Fortuna dreht das blatt
Die italienische Glucke lacht selten zweimal am selben Tag. Márquez verlor Rennen wegen körperlicher Probleme, nun holt er 30 Punkte auf einen Schlag zurück. „Das ist nicht normal“, gibt Tardozzi zu. „Aber Priorität hat, dass Marc wieder bei 100 % ist. Er ist fix und fertig nach jedem Rennen.“
Der ehemalige Pilot schickt eine klare Botsung an die Konkurrenz: „Wir können warten. Gigi Dall'Igna und seine Ingenieure haben immer etwas in der Schublade.“ Die GP26 soll in Brno neue Aerodynamik-Teile erhalten, die in Ungarn bereits funktionierten.

Geist aus stahl, körper aus watte
Tardozzi lobt Márquez’ Kopf: „Sein größtes Organ ist intakt. Fokus, Entschlossenheit – habe nie Zweifel gesehen.“ Bleibt die Frage des Körpers. „Er hat eine massive Verletzung gemeistert, nur ein Champion wie er schafft das. Aber die Müdigkeit nagt.“
Im Ducati-Box herrscht trotzdem Feststimmung. Die 100. Rennsieger-Flagge weht über den Toren, Pecco Bagnaia und Márquez beraten außerhalb der Kameras gemeinsam. „Das gibt mir Zuversicht für die nächsten Events“, sagt Tardozzi, bevor er sich zum Feiern gesellt. „Vielleicht schaffen wir bald hundert Titel.“
Die MotoGP-Saison 2026 hat einen neuen Akteur auf der Überholspur – und er trägt noch nicht mal die Nummer 1.
