Arsenal zittert sich zum sieg – havertz' comeback reicht für fünf-punkte-polster
London brenzt. Im eigenen Stadion, mit nur zehn Mann auf dem Platz und Kai Havertz, der nach 76 Minuten endlich wieder Fußballluft schnappt, schlägt Arsenal Chelsea 2:1. Die Gunners halten Manchester City auf Distanz – und das mit einem Sieg, der mehr Kraft kostete als er Freude machte.
Saliba, timber und ein eigentor – das war's
William Saliba köpft früh die Führung, Piero Hincapie bugsiert den Ball unglücklich zum Ausgleich ins eigene Tor. Jurrien Timber trifft nach der Pause, Pedro Neto fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. Die Zahlen wirken glatt, das Spiel war es nicht. Arsenal wackelt, findet aber doch die Kurve.
Havertz, erst Anfang Februar an der Kniesehne operiert, dann von Muskelproblemen gestoppt, war nur noch Zuschauer, als sein Team die drei Punkte einsackte. Der Einwechsel in der 76. Minute war ein Symbol, kein Spielzug – Mikel Arteta riskierte nichts, setzte auf Routine statt auf Risiko.

City wartet mit leiser wut
Während Arsenal jubelt, schlägt Manchester City in Leeds auf. Auch ohne Erling Haaland, der mit Muskelbeschwerden fehlt, gewinnt das Team von Pep Guardiola 1:0. Ein Spiel weniger, fünf Punkte Rückstand – die Lage ist klar: Die Meisterschaft ist noch offen, auch wenn Arsenal jetzt das Zepter hält.
Die Gunners haben 27 Spiele hinter sich, City erst 26. Die Tabelle lügt nicht, aber sie trügt auch nicht über die Last, die auf den Schultern der Londoner lastet. Jeder Punkt wird jetzt zum Kraftakt, jeder Sieg zur Überlebensfrage. Chelsea war der erste Test, nicht der letzte.
Havertz wird gebraucht, nicht nur als Joker. Seine Knie-OP ist Geschichte, seine Muskeln noch nicht. Arteta wird ihn Schonung und Einsatzzeiten abwägen müssen – ein Balanceakt zwischen Jetzt und Später. Die Saison endet am 25. Mai, der Zeitplan ist knapp, die Spielpause keine.
Arsenal führt, aber die Führung ist zerbrechlich. Fünf Punkte Vorsprung klingen nach Sicherheit, sind es nicht. City hat die bessere Tordifferenz, das bessere Programm und den besseren Torjäger – auch wenn der gerade fehlt. Die Gunners müssen weiterlaufen, ohne zu stolpern. Havertz ist zurück, das reicht fürs Erste. Die echten Prüfungen kommen noch.
