Macleod schockt münchen mit einem handgelenk – köln enteilt der del

Gregor MacLeod schob die Scheibe mit dem Rücken zum Tor, sah nicht einmal, wohin sein Schuss flog, und traf trotzdem. In diesem Moment schlug Köln dem Tabellenzweiten München das Herz aus der Brust – und der DEL-Spitze eine 18-Punkte-Dürre ins Kontor.

Die haie ziehen die reißleine, münchen rutscht ab

1:0 in der Olympia-Eishalle, 1:0 für die Ewigkeit. Die Partie war eine Schachpartie auf Kufen, 60 Minuten Nervenkrieg, in denen jeder Check wie ein Eigentor klingen konnte. Janne Juvonen im Kölner Kasten klopfte dreimal Aluminium an, bevor er die Null wahrte. Mathias Niederberger parierte, bis MacLeod in der 35. Minute mit einem Handgelenksschlenzer die Lücke fand, die keiner vorher sah.

Die Folge: München fällt auf Rang vier, die Haie bleiben erste, und niemand kann sie mehr stürzen – maximal fünf Spiele, maximal theoretisch. Die Adler aus Mannheim, einst Jäger, nun Gejagte, kassierten parallel in Straubing die 2:3-Abreibung. Die Zahl 18 ist kein Vorsprung mehr, es ist ein Graben.

Defensive als offensivwaffe

Defensive als offensivwaffe

Was für ein Paradox: Je mehr München angriff, desto näher kam Köln dem Sieg. Die Haie spielten das alte Play-off-Mantra: First guy back, second guy deep. Sie ließen München laufen, bis die Schlittschuhe qualmten, und schalteten dann um wie ein U-Boot: leise, spitz, tödlich. Kevin Niedenz tanzte in der 42. Minute zwei Verteidiger aus, verzog knapp – aber das war egal, es war die Drohung, die zählte.

Münchens Coach Don Jackson zog Niederberger 2:47 vor Ende, stellte um auf 6 gegen 4, doch die Scheibe fand keinen Weg durch das Kölner Wandgefüge. Die letzten Sekunden tickten wie ein Countdown im Bunker. Puck weg. Schiri pfeift. Tabellenkracher entschieden.

Am Mittwoch empfangen die Haie Augsburg, München muss nach Iserlohn. Die Frage ist nicht mehr, wer die Meisterschaft gewinnt – die lautet: Wer kann Köln noch ein Bein stellen? Die Antwort steht seit Sonntagabend fest: erstmal niemand.