Arminia bielefeld droht der absturz – mehlem muss zuschauen
Die Länderspielpause kommt für Arminia Bielefeld wie ein Schlag ins Gesicht. Statt Luft zu holen, muss der Club zusehen, wie sich die Lage weiter verdichtet. Marvin Mehlem, Mittelfeldmotor und Lebenversicherung in einem, ist für drei Partien gesperrt. Der DFB ließ keine Einspruchsfrist verstreichen und verhängte die volle Strafe nach dem Tritt gegen Luca Schnellbacher.

Der knackpunk heißt darmstadt
Was folgt, ist ein Programm, das selbst Optimisten erblasst lässt. Am 27. Spieltag gastiert SV Darmstadt 98 in der SchücoArena – das Team, das aktuell den Aufstiegsreifen fest im Griff hat. Mehlem wird in der Zentrale fehlen, seine Erfahrung aus 19 Einsätzen, null Toren, zwei Assists – weg. Die Statistik verrät noch mehr: Gegen die Top-Five holte Bielefeld in den letzten fünf Spielen genau einen Punkt. Die Tordifferenz: minus acht. Holstein Kiel lauert bereits auf Relegationsrang 16.
Trainer Mitch Kniat redet sich weiter raus. „Keine Diskussion um meine Person“, sagt er, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Seit dem 1:2 in Fürth schwappt die Angst durchs Stadion. Die Fans fragen nicht mehr, ob der Abstieg droht, sondern wann er kommt. Die Antwort lautet: am 30. Spieltag, wenn der 1. FC Nürnberg gastiert, sollte die Trendwende ausbleiben.
Michael Mutzel, Sport-Geschäftsführer, verspricht „Analyse“ in der Pause. Doch Analyse ohne Konsequenz ist Selbstgespräch. Die Kaderplanung für die Zweite Liga läuft bereits. Wer in diesen Wochen nicht liefert, fliegt – das gilt für Spieler wie für Trainer. Mehlems Suspension ist nur ein Symptom. Das Grundübel heißt: zu wenig Torgefahr, zu viel Respekt vor den Großen. Die Rechnung: fünf Spiele, ein Punkt, drei Tore. Ein Klub, der sich selbst erhängt.
Am 4. Mai steht Karlsruhe an. Mehlem wird wieder dabei sein, aber dann kann es schon zu spät sein. Die Saison ist keine Saison mehr, sondern ein Countdown. Tick, tack – bis zur Relegation oder darunter.
