Italiens letzte torun-offensive: fabbri, riva und furlani jagen gold

10.20 Uhr, Torun. Larisa Iapichine springt als erste Azzurri-Frau in die finale Runde – und könnte schon vor dem Mittagessen Bronze fixieren. Dahinter formiert sich eine italienische Jagdgruppe, die den letzten Wettkampftag in Polen zur Gala machen will.

Die stunde der kugelstoß-krieger

Leonardo Fabbri, WM-Bronze von Tokio 2025, steht um 11.30 Uhr in der Arena. Kein Stoßgebet, nur ein kurzer Blick auf die 7,26-Kilogramm-Kugel. Seine 22-Meter-Marke ist keine Traumzahl mehr – sie ist seine neue Normalität. Nick Ponzio an seiner Seite: zwei Italiener im Finale, das gab es zuletzt 1999. Wer von ihnen über 21,50 m fliegt, kann Podium. Wer darunter bleibt, fliegt heim.

17.55 Uhr folgt die Stabhochsprung-Finale der Frauen, aber die echte Glut kommt ab 18.38 Uhr: Federico Riva im 1500-m-Finale. Seine Saisonbestzeit 3:34,02 min ist schnell genug für Top sechs, doch Riva will mehr. „Ich renne gegen die Uhr, nicht gegen die Konkurrenz“, sagte er gestern nach seinem Vorlauf. In Torun zählt jede Sekunde doppelt: Sieg würde ihn für die Weltjahresbestenliste auf Platz eins katapultieren.

Furlani vor der königsdisziplin

Furlani vor der königsdisziplin

Den Höhepunkt liefert Mattia Furlani um 19.12 Uhr. Nach Gold in Nanchino und Tokio ist er der Mann, der laut Leichtathletik-Weltverband „das nächste große Springergesicht“ ist. 8,34 m seine Bestmarke, 8,20 m nötig für Podium. Draußen –4 °C, in der Halle 19 Grad. Perfekte Bedingungen für einen Flug, der italienische Sportgeschichte weiter anschreibt.

Parallel laufen Ludovica Cavalli über 1500 m und die 4 × 400 m-Staffeln. Italien startet mit vier Chancen auf Edelmetall in sieben Rennen. Die Statistik: Bei der letzten Hallen-EM holte das Team nur eine Medaille. Heute könnten es vier werden. Die Bilanz spricht für sich – und gegen die Konkurrenz.

22.00 Uhr, abgeschlossene Arena. Entweder jubelt Torun auf Italienisch, oder die Azzurri fahren mit leeren Händen nach Hause. Für Fabbri, Riva und Furlani heißt es: letzte Runde, letzter Atemzug, letzte Chance. Das Podium wartet – und es ist aus Holz. Wer es betritt, spaltet es mit Stiefelkappen.