Antonelli patzt, crasht, siegt: japan-gp wird zur schicksalsfahrt

Kimi Antonelli fuhr mit 320 km/h in die Bande, kam mit 50G-Crash-Ohrensausen wieder raus – und trotzdem jubelt Mercedes: Der 18-Jährige ist nach Suzuka jüngster WM-Spitzenreiter seit Lewis Hamilton 2007. Ein Rennen, das mit Startfehlzündung begann und mit Gold endete.

Pole, aber sofortiger sturz auf platz sechs

Die Ampeln erloschen, Antonellis Reifen drehten durch. Statt souverän wegzuziehen, rutschte er wie auf Seife, fiel von eins auf sechs zurück, während Oscar Piastri im McLaren die Führung übernahm. George Russell verlor ebenfalls zwei Positionen und musste sich hinter Hamilton einreihen. Die Mercedes-Box stand kurz vor Kollektiv-Kopfstand.

Dann die 22. Runde: Oliver Bearman will Franco Colapinto ausweichen, triftt die Bande mit voller Wucht. 50G, ein zerfetzter Haas, ein humpelnder Fahrer – aber nur eine Knieprellung. Safety-Car. Und plötzlich ein Neustart für Antonelli.

Restart, vollgas, keine gnade

Restart, vollgas, keine gnade

Antonelli und Hamilton fahren während des Safety-Cars den Stopp, rutschen vorne wieder ein. Beim Wiederanlaufen zieht der Italiener eine Lücke von zwei Sekunden, lässt Piastri, Leclerc und den Rest stehen. Russell dagegen verliert sukzessive den Anschluss, wird von Hamilton und Leclerc verschluckt, landet hinterher nur auf Platz vier. Mercedes jubelt trotzdem: Antonellis zweiter Saisonsieg bedeutet neun Punkte Vorsprung in der WM – Rekordjagd mit Teenager-Visier.

Nico Hülkenberg? Startet als 13., fällt auf 19 zurück, arbeitet sich zwar wieder nach vorn, verpasst aber als 11. die Punkteränge knapp. Sein Cadillac-Team wird die Nacht schleifen, um die fehlenden zwei Positionen zu erklären.

Die zahl, die toto wolff jubeln lässt

Die zahl, die toto wolff jubeln lässt

18 Jahre, 200 Tage – Antonelli ist jetzt der jüngste WM-Leader der Formel-1-Geschichte seit Hamilton vor 17 Jahren. Mercedes hatte ihn als Rohdiamant verpflichtet, Suzuka lieferte den ersten perfekten Schliff. Die Saison ist noch jung, aber die Nachricht ist klar: Die nächste Generation hat das Steuer übernommen – und sie trägt italienischen Pass.