Hannover-burgdorf stolpert weiter: pastor zerfetzt seine mannschaft
Die TSV Hannover-Burgdorf ist kein Stolperer mehr, sie ist ein Fall. 33:27 in Gummersbach, sechste Niederlage nacheinander, und die erste Halbzeit war kein Handballspiel, sondern eine Demütigung. 3:11 nach 19 Minuten – da hatten die Niedersachsen bereits das Nachsehen, bevor sie überhaupt angefangen hatten, mitzuspielen.
Juan carlos pastor redet klartext: „das können wir uns nicht leisten“
Der Coach, seit Januar an der Linie, sprach nach dem Abpfiff nicht lange um den heißen Brei herum. „Wir lagen 2:10 zurück und sind erst dann aufgewacht“, sagte er. Seine Stimme klang nicht wie die eines Trainers, sondern wie die eines Mannes, der mitten in der Nacht den Alarm knallt, aber niemanden aus den Betten kriegt. Verletzte seien keine Ausrede, stellte er klar. Keine Heldenopfer, keine Ausreden.
Was blieb, war eine Pause, die wie ein Scherbenhaufen aussah. Die Gummersbacher lachten nicht, sie machten einfach nur ihr Ding. Acht Siege in Serie – das ist keine Form, das ist ein Statement. Sigurdsson, der Gummersbacher Trainer, fand selbst nach dem deutlichen Erfolg noch Haare in der Suppe: „Zu viele technische Fehler nach der Pause“, kritisierte er. Wenn selbst der Gewinner meckert, weiß man, wie tief Hannover-Burgdorf steckt.
Die Tabelle lügt nicht. Fünf Pleiten in der Liga, eine in der European League. Die Mannschaft wirkt wie ein Orchester, in dem jeder seine Noten verloren hat. Pastor bringt neue Takte ein, aber die Musiker schauen nur auf die Instrumente, als wären sie aus einem anderen Jahrhundert. Der Rückstand schmilzt nicht, er verändert nur seine Form: mal sieben Tore, mal zehn, mal nur fünf – aber er bleibt.

Die zweite halbzeit endet 16:16 – ein schaufenster ohne kaufinteresse
Ein Unentschieden im zweiten Durchgang nützt nichts, wenn das Spiel in der Kabine schon verloren ist. Die Fans in der EWS Arena jubelten, aber ihre Freude hatte einen faden Beigeschmack. Sie wissen: Der Gegner war heute nicht der alte Rival, sondern ein Gespenst. Hannover spielte, als wäre die Saison schon vorbei.
Pastor nimmt seine Spieler ins Gebet, aber das Gebet wird immer länger. Nächste Woche kommt SC Magdeburg, das ist kein Gegner, das ist ein Geschwindigkeitstest. Wer dann wieder 3:11 hinten liegt, kann sich direkt die Winterpause einbuchen. Die Uhr tickt. Die Tabelle wartet nicht. Und Hannover-Burgdorf? Die steht am Abgrund und schaut nach unten – aber die Leiter liegt noch in der Kabine.
