Ansah triumphiert in dortmund – em-fokus statt hallen-wm
Owen Ansah hat bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund den Sprint über 60 Meter in überragenden 6,55 Sekunden gewonnen. Damit stellte der Hamburger eine neue persönliche Bestzeit auf und demonstrierte eindrucksvoll seine Dominanz auf der kurzen Distanz. Der einzige deutsche Läufer unter zehn Sekunden über 100 Meter setzt jedoch voll auf die Europameisterschaften im Sommer in Birmingham.

Der überraschende verzicht auf toruń
Ansah, der 2024 mit 9,99 Sekunden eine neue deutsche Rekordzeit über 100 Meter aufstellte, verzichtet auf eine Teilnahme an der Hallen-WM in Toruń, Polen. "Der Titel ist wichtiger als die Bestzeit, ich bin megahappy", erklärte er im Anschluss an den Wettkampf im ARD. Die Entscheidung verdeutlicht seinen klaren Fokus auf die Freiluftsaison und die EM in Birmingham, wo er seine Form unter Beweis stellen will.
Hinter Ansah folgten Kevin Kranz (Wetzlar) mit 6,56 Sekunden und Titelverteidiger Robin Ganter (Mannheim) mit 6,57 Sekunden. Damit komplettierten die beiden Sprinter das Podest und unterstrichen ihre ebenfalls starke Form. Bei den Frauen sorgte die junge Philina Schwartz (Berlin) mit einem Sieg in 7,18 Sekunden für eine Überraschung. Top-Favoritinnen wie Gina Lückenkemper und die Vorjahressiegerin Alexandra Burghardt hatten nicht am Start gestanden.
Im Stabhochsprung sicherte sich der ehemalige EM-Zweite Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf) mit einem Sprung über 5,60 Meter seinen fünften Hallen-Titel. Im Weitsprung zeigte Simon Batz (Mannheim) seine Klasse und gewann mit einer Weite von 8,09 Metern. Die Leistungen zeigen, dass die deutschen Leichtathleten auch in der Halle in guter Verfassung sind, wenngleich die EM im Sommer die eigentliche Zielmarke darstellt.
Ansah bewies in Dortmund, dass er nicht nur auf der langen Bahn, sondern auch in der Halle zu Höchstleistungen fähig ist. Sein Verzicht auf die Hallen-WM ist ein klares Bekenntnis zur strategischen Vorbereitung auf die EM in Birmingham. Dort will er den nächsten Schritt in seiner Karriere machen – und vielleicht sogar eine Medaille gewinnen. Die Konkurrenz wird allerdings hart sein.
