Müller warnt: deutschland keine wm-favorit!
Thomas Müller rechnet vor
der Weltmeisterschaft in knapp 100 Tagen mit der deutschen Nationalmannschaft nicht zu den Titelanwärtern. Der erfahrene Offenspieler, nun aktiv für Vancouver Whitecaps, sieht deutliche Defizite im Vergleich zur Weltmeistermannschaft von 2014.Die bittere wahrheit hinter dem hype
„Wir sind nicht in der Lage, einfach mal jemanden zu schlagen“, erklärte Müller unmissverständlich. „Wir sind selbst schwer zu besiegen, aber das ist ein Unterschied.“ Diese nüchterne Einschätzung resultiert für Müller aus einem gescheiterten Übergang seit 2018. Es mangele der Mannschaft, so seine Analyse, an etablierten Spielern, die regelmäßig in den entscheidenden Phasen der Champions League zum Zuge kommen.
„Es fehlen feste Größen in Teams, die regelmäßig im Halbfinale oder Finale der Champions League unterwegs sind“, präzisiert Müller. Um wieder zu den Top-3 der Welt zu gehören, müsse diese Entwicklung dringend wieder aufgenommen werden. Dennoch fordert der 34-Jährige eine klare Haltung: „Jeder Spieler muss mit dem Mindset ins Turnier gehen, alles zu geben, um das Finale zu erreichen.“
Müller genießt derzeit die besondere Atmosphäre rund um das bevorstehende Turnier hautnah mit. Nach 756 Pflichtspielen für den FC Bayern München wechselte er im Jahr 2023 zu den Vancouver Whitecaps. Die Begeisterung in seiner neuen Heimat ist spürbar. „Die Leute sprechen schon oft über die WM und vergleichen sie mit den Olympischen Winterspielen 2010“, berichtet Müller. „Wenn die Spiele beginnen, wird hier die Hütte brennen. Die Kanadier haben einen großen Nationalstolz, und zwei Gruppenspiele finden hier in Vancouver statt.“
Auch sportlich traut Müller dem Co-Gastgeber einiges zu. Kanada sei „seit geraumer Zeit auf einem guten Weg und wettbewerbsfähig. Sie haben neben Alphonso Davies viele gute Spieler. Das Achtel- oder sogar Viertelfinale wäre für Kanada eine riesige Leistung.“ Die neue Saison mit den Whitecaps begann für Müller erst im Februar, wobei das Team beim Auftakt Salt Lake City mit 1:0 besiegte.
Die WM-Prognose ist klar: Deutschland muss sich erst wieder beweisen. Müller, der selbst noch immer Leistungsträger ist, sieht die Verantwortung sowohl bei den Spielern als auch beim Verband. 2014, das Jahr des Triumphes, scheint weit entfernt.
