Andras schäfer fliegt raus – union berlin droht der nächste mittelfeld-crash
Union Berlin muss zwei Spieltage ohne seinen Ballverteiler Andras Schäfer auskommen. Das DFB-Sportgericht bestätigte am Dienstag die Rotsperre wegen „ruden Spiels“ – und versetzt damit den 1. FC Union in neue Personalnot.
Die szene, die alles entschied
In der 19. Minute des 1:4 gegen Werder Bremen ging Schäfer mit gestrecktem Bein in einen Zweikampf – Referee Tobias Welz zückt sofort Rot. Die TV-Bilder zeigen, wie der Ungar die Sohle am Schienbein des Gegners entlang rutscht. Union legte Einspruch gegen eine zunächst vorgeschlagene Drei-Spiele-Strafe ein, musste sich aber mit zwei Partien zufriedengeben. Der Klub bestätigte auf Nachfrage, dass kein weiterer Rechtszug erfolgen wird.
Die Sperre trifft die Eisernen exakt an dem Wochenende, in dem das Mittelfeld ohnehin auf dünnem Eis steht: Rani Khedira laboriert an der Adduktoren-Sehne, Aïssa Laïdouni ist nach Afrika-Cup-Rückkehr noch im Laktattest. Trainer Nenad Bjelica muss nun gegen Heidenheim und Mainz auf seine beiden Ballgewinner verzichten – und wahrscheinlich wieder mit Janik Haberer und Alex Král improvisieren.

Was die zahlen verschweigen
Schäfers Luftnummer kostet Union mehr als nur zwei Spiele. In den 1.023 Minuten mit dem 25-Jährigen auf dem Platz kassierte die Mannschaft nur 0,83 Gegentore pro 90 Minuten – ohne ihn explodiert die Defensive auf 1,4. Das ist kein Zufall: Der Ungar gewinnt 58 % seiner Zweikämpfe im Mittelfeld, nur Khedira liegt mit 61 % noch darüber. Seine Auswechslung nach Rot war gleichzeitig die 14. robe Karte in Union-Bundesliga-Geschichte, kein Verein kassierte öfter Kapitalverbrechen.
Für Schäfer selbst ist es der zweite Rotschlag innerhalb von 14 Monaten – beim 0:3 in Leipzig rückblickend ebenfalls wegen groben Foulspiels. Die patzige Bilanz dürfte auch Nationalcoach Marco Rossi erreichen, der den box-to-box-Player für die EM-Vorbereitung fest eingeplant hatte. Budapest schickt bereits Anfragen, wie intensiv Union die Schadensbegrenzung plant.
Die ironie: Genau gegen Werder hatte Schäfer vor einem Jahr seine Torpremiere gefeiert – nun endet sein Kreuzlauf mit dem Platzverweis, der Union in der Abstiegszone festdrückt. Die Eisernen liegen nur drei Zähler vor dem Relegationsplatz, das Restprogramm liest sich wie ein Gruselkabinett: Dortmund, Leipzig, Bayern. Wenn Bjelica in den nächsten 14 Tagen keine Lösung findet, wird die Saenda-Serie zur Saison-Tragödie.
