Zehn-kilometer-fieber bei den paralympics: cortina zeigt, was sport wirklich ist
Um 9.05 Uhr knallt die erste Granate ins Haus. Curling-Stick statt Startpistole. In Cortina geht’s Schlag auf Schlag: Mixed-Teams aus Lettland und Norwegen liefern sich ein Vorspiel, das sich keiner entgehen lassen sollte – denn wer hier verschläft, verpasst den Moment, in dem sich Gold schon in der Qualifikation andeutet.
Dahinter lauert schon der Langlauf. 10 km, sitzend. Frauen zuerst, 9.45 Uhr. Kurz darauf die Männer. Der italienische Hoffnungsträger Simone Corbetta will zeigen, dass seine Taktik aufloht – Start schnell, Mittelstrecke kontrolliert, Finish gnadenlos. Wer ihn kennt, weiß: Corbetta lebt für genau diese Minuten.
Was heute wirklich zählt
Die Paralympics sind kein Nebenschauplatz mehr. Die Quote von Rai 2 HD und Rai Sport HD explodiert seit Montag, der Streamingzähler auf RaiPlay rast. Grund: Die Mixed-Finale um 14.35 Uhr. Lettland gegen USA um Bronze. China gegen Südkorea um Gold. Im Curling entscheiden Millimeter, und genau diese Millimeter verfolgen gerade 2,3 Millionen Zuschauer live – Tendenz steil.
Doch der Abend gehört Italien. 20.15 Uhr: Italia–Svezia im Round-Robin. Die Squadra Azzurra muss gewinnen, um im Medaillenrhythmus zu bleiben. Der Druck sitzt, doch Druck ist bekanntlich Dampf – und den wollen die Blauen in Punkte umwandeln.
Hinweise? Gibt’s nicht. Die Athleten liefern sie selbst, Schuss für Schuss, Stange für Stange. Die Sesselweltmeisterschaft von morgen fängt heute an. Und wenn die Sonne über den Dolomiten versinkt, wissen wir, wer die Nacht als Führender verbringt.
