Vfb suhl zerquetscht hamburg und schielt auf silber
58 Minuten. Länger brauchte der VfB Suhl nicht, um die ETV Hamburger Volkspark Volleys in Schutt und Asche zu schlagen. 3:0, 25:19, 25:12, 25:14 – die Zahlen sind ein Statement.
Kein Satz unter 19 Punkte, kein Aufbäumen des Tabellenletzten, nur ein glasklarer Auswärtsauftritt der Thüringerinnen. Mackenzie Foley und Co. starteten mit dem Turbo, stellten auf 8:2, ließen in der Folge keinen Zweifel, wer die Nordlandhalle verlässt als Sieger. Die Annahme stand, der Angriff kam durch die Mitte und über die Außen, und die Block-Defense ließ den Hamburgers den Atem stocken.
Hollósy zieht die richtigen hebel
Trainer László Hollósy rotierte früh, brachte Links-außen Weitzel für zusätzliche Druckphase und stellte die Mitte mit Szűcs um, sobald Hamburg den Diagonal wechselte. Die Antwort der Hansestädter: ein kraftloses Aufschlagspiel, zwölf Aufschlagfehler, 34 % Angriffserfolg – das reicht nicht einmal für Satzball. Die Suhler hingegen servierten bei 62 % Positivquote und verwandelten 58 % ihrer ersten Tempo-Bälle.
Die Folge: Suhl bleibt einen Punkt hinter Schwerin, hat aber die bessere Satz-Bilanz. Letzter Spieltag: Suhl reist zu den Ladies in Black Aachen, Schwerin empfängt Spitzenreiter MTV Stuttgart. Die Chance auf Rang zwei – und damit Heimrecht im Halbfinale – lebt.

Die stimmung kocht, der blick nach vorn
In der Kabine war nach Abpfiff kaum ein Platz – Musik, Jubel, Selfies. Kapitän Lena Münzberger sprach von „einer der komplettesten Saisonleistungen“, Hollósy lobte die „Mentalität von Sekunde eins“. Der Klub twitterte sofort ein Foto mit der Aufschrift „Mission Platz zwei“, versehen mit einem Raketen-Emoji.
Die Tabelle spricht klare Sprache: Drei Punkte trennen Suhl noch vom Traum, in der Arena am Rennsteig das Halbfinale zu eröffnen. Schaffen sie den Coup, wäre es das erste Finaleinzug-Heimspiel seit fünf Jahren – und ein Schlag gegen die ewigen Top-Dogs aus Stuttgart und Schwerin.
Die Bundesliga-Spitze weiß: Wer jetzt noch punktet, bestimmt den Play-off-Weg selbst. Suhl hat die Vorlage geliefert, am Samstag in Aachen folgt der Endspurt. Für Hollósy und seine Mannschaft lautet die Devise: noch 180 Minuten Volleyball, dann könnte Silber in Gold umgemünzt werden.
