Andersons sturz auf glasparkett: texas techs march-madness-traum droht zu platzen

Big-12-Viertelfinale, 14:27 lautet der Zwischenstand, als Christian Anderson sich in der Ballhälfte aufrichtet – und wegknickt. Der deutsche Nationalspieler rutscht auf dem durchsichtigen Untergrund aus, bleibt liegen, schlägt mit der Hand gegen die Hüfte. Sekunden später humpelt der 19-Jährige in die Kabine. Mit ihm schwindet die Hoffnung der Texas Tech Red Raiders, das Turnier noch zu drehen. Endstand: 58:82 gegen Iowa State, Endstation Viertelfinale.

Der boden, der niemandem trägt

„Ich habe einfach einen Schritt gemacht, das Bein weggerutscht, und dann ging’s in eine ungewohnte Rotation“, sagt Anderson nach dem Spiel, als hätte er sich nur gestoßen. Doch die Bilder zeigen Schmerz. Und sie zeigen etwas anderes: den durchsichtenen Court, der seit dieser Saison in Kansas City eingebaut ist – ein Marketinggimmick, das unter Spielern und Trainern als „Eislaufplatz“ gilt.

Taj Manning von Kansas State hatte schon vor Tagen gewarnt: „Es ist ein Schandfleck. Die Lichter reflektieren, der Ball verändert seine Flugbahn, niemand will darauf laufen.“ Anderson kennt das Material aus München, wo Bayern Basketball in der BMW-Welt auf ähnlichem Parkett spielte. „Aber dort stand nie das March-Madness-Ticket auf dem Spiel“, sagt er trocken.

March madness ohne deutschen leitwolf?

March madness ohne deutschen leitwolf?

Durch die Niederlage verpasst Texas Tech die direkte Qualifikation. Das Selection-Committee dürfte die Red Raiders trotzdem einladen – doch das Seeding rutscht ab. Und ob Anderson rechtzeitig fit wird, steht in den Sternen. Eine Hüftprellung kann Tage, kann Wochen dauern. Das erste Spiel der NCAA-Tournee ist in zehn Tagen.

Für den deutschen Basketball ist das ein Dämpfer. Anderson war der Hoffnungsträger, der als erster Deutscher seit Moritz Wagner 2018 eine Führungsrolle in einem Top-16-Team übernehmen sollte. Jetzt droht ihm das Turnier, das seine Draft-Chancen befeuern könnte, ohne ihn stattzufinden.

Die Red Raiders fliegen nach Lubbock zurück, der Medizincheck steht am Montag an. Anderson will es wissen: „Ich werde alles machen, um aufs Parkett zurückzukommen – aber nur, wenn der Boden auch wirklich Boden ist und nichts Glatteis.“

Die NCAA hat noch kein Statement zum Untergrund veröffentlicht. Die Uhr tickt. Und Andersons Hüfte auch.