Ancelotti singt brasilien ins herz – doch nicht jeder coach folgt seinem beispiel!
Carlo Ancelotti, der Mann mit dem goldenen Händchen, hat einmal mehr bewiesen, dass er nicht nur ein brillanter Taktiker ist. Der italienische Nationaltrainer hat eine ungewöhnliche, aber berührende Geste gewählt, um seine Verbundenheit mit Brasilien unter Beweis zu stellen: Er singt vor jedem Spiel die brasilianische Nationalhymne. Eine Entscheidung, die nicht nur die Herzen der brasilianischen Fans erobert, sondern auch Fragen aufwirft, warum andere Trainer diese Wertschätzung nicht teilen.
Ein zeichen der verbundenheit – oder nur eine ausnahme?
„Ich kannte nur eine Hymne, die italienische. Jetzt lerne ich eine andere, eine wunderschöne und auch sehr schwierige. Ich lese die Worte und singe mit, denn es macht mir Freude“, erklärte Ancelotti in einem Interview. Diese ehrliche Begeisterung für die brasilianische Kultur und das Gefühl, „mit Stolz Teil dieses Landes zu sein“, haben ihn in Brasilien zur gefeierten Persönlichkeit gemacht. Die Medien überschlagen sich mit Lob und bezeichnen ihn gar als „Ancelotti brasilianero“ – einen italienischen Trainer mit brasilianischer Seele.
Doch Ancelotti scheint eine Ausnahme zu sein. Laut einem Artikel der Folha de Sao Paulo sind von den 27 ausländischen Trainern bei der WM nur zwei davon in der Lage, ihre Nationalhymne zu singen: Carlo Ancelotti und der Spanier Roberto Martinez, der das portugiesische Nationalteam betreut. Martinez, der in seiner Jugend in England das belgische Nationalteam trainierte und die Brabançonne sang, setzt ebenfalls auf Tradition.
Die Frage ist: Warum vermeiden es die anderen? Thomas Tuchel, der deutsche Trainer des englischen Nationalteams, machte seine Haltung in der ersten Pressekonferenz deutlich: „Ich bin noch nicht bereit, die Hymne zu singen. Ich denke, wir sind noch nicht so weit. Vielleicht im Finale. Ich bin noch etwas schüchtern. Ich möchte niemanden beleidigen oder dass die Hymne zum Hauptthema wird.“ Ein kluger Schachzug, um den Fokus auf das Wesentliche, die sportliche Leistung, zu lenken.
Es ist nicht immer eine Frage der fehlenden Wertschätzung. Christiansen, der dänisch-spanische Trainer Panamas, genießt die Liebe des Landes, obwohl er die Hymne nicht singt. Auch der australische Graham Arnold hat sich die Herzen der Iraker gewonnen, indem er in Bagdad lebte, als es für niemanden sicher war. Manchmal geht es um kulturelle Unterschiede oder Sicherheitsbedenken. Der französische Trainer Migné konnte beispielsweise Haiti nicht betreten und Hugo Broos, der belgische Trainer Südafrikas, setzt stattdessen auf das kraftvolle „Nkosi Sikelel’i Africa“ als Motivationsmittel.
Letztendlich zeigt die Geschichte von Carlo Ancelotti, dass es nicht das Singen der Hymne ist, das Sympathie und Respekt gewinnt, sondern die Fähigkeit, sich mit einem Land und seiner Kultur zu identifizieren. Es geht darum, ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln – sei es durch Worte oder durch Taten. Und das gelingt Ancelotti auf eine Art und Weise, die viele andere Trainer vermissen lassen.

Ein italienischer trainer, ein brasilianisches herz
Die Entscheidung von Carlo Ancelotti, die brasilianische Nationalhymne zu singen, ist mehr als nur eine nette Geste. Sie ist ein Symbol für Respekt, Verbundenheit und die Fähigkeit, über kulturelle Grenzen hinwegzuschauen. Während andere Trainer sich unsicher fühlen, hat Ancelotti den Mut, seine Begeisterung zu zeigen – und damit die Herzen der Brasilianer im Sturm zu erobern. Eine Lektion für uns alle: Manchmal ist es die einfache, ehrliche Geste, die am meisten bewirkt.
