Wm 2026: deutsche elf vor duell mit paraguay – ist das wirklich alles?

Boston fiebert, die deutsche Nationalmannschaft steht vor dem Sechzehntelfinale der WM 2026. Gegner: Paraguay. Ein Gegner, der auf dem Papier kaum zu beunruhigen scheint – aber die Erinnerung an das bittere Ausscheiden 2002 sollte uns mahnen, keine Gegner zu unterschätzen. Vor allem, wenn der Gegner mit einer unbändigen Willensstärke ins Feld geschickt wird.

Ein blick auf die „albirroja“

Paraguay, das Land der sieben Millionen Einwohner, hat es tatsächlich geschafft, sich für diese Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Dank der Erweiterung auf 48 Teams war der sechste Platz in der gnadenlosen südamerikanischen Qualifikation ausreichend. Nach einem holprigen Start und dem daraus resultierenden Trainerwechsel gelang es unter Gustavo Alfaro, eine bemerkenswerte Wende einzuleiten. Siege gegen Brasilien und Argentinien – das spricht Bände!

Die „Albirroja“ hat sich durch die Vorrunde gerockt, und nun steht das Duell gegen Deutschland an. Coach Alfaro äußert sich selbstbewusst: „Deutschland ist ein Favorit, aber warum sollten wir nicht gewinnen? Unmöglich gibt es im Fußball nicht.“ Ein starkes Bekenntnis, das zeigt, dass die Paraguayer mit dem nötigen Kampfgeist nach Boston gereist sind.

Körperlichkeit und defensivbollwerk

Körperlichkeit und defensivbollwerk

Paraguay setzt auf eine kompakte Defensive und körperliche Robustheit. Eine Taktik, die der deutschen Mannschaft im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador bereits große Probleme bereitete. Julian Nagelsmann weiß, worauf es ankommt: „Körperlichkeit ist schwer zu trainieren. Bis Montag können wir im Oberkörperbereich nichts mehr wirklich verbessern.“

Die Wahl liegt zwischen zwei Ansätzen: Entweder den Ball schneller spielen, um die Zweikämpfe zu vermeiden, oder im Kollektiv mehr Überzahlsituationen schaffen. Ein Balanceakt, den Nagelsmann und sein Team meistern müssen. Die Paraguayer sind nicht mit spielerischem Glanz gesegnet, aber ihre Entschlossenheit und ihr Kampfgeist sind gefährlich.

Die deutschen trumpfkarten und paraguays schwächen

Die deutschen trumpfkarten und paraguays schwächen

Die deutsche Mannschaft sollte sich nicht auf ihre vermeintliche Überlegenheit verlassen. Paraguay hat seine Stärken, und das Mittelfeld ohne den gelbgesperrten Diego Gomez wird eine spürbare Schwächung darstellen. Julio Enciso, der dribbelstarke Flügelspieler von Racing Straßburg, ist der gefährlichste Offensivakteur, aber auch er wird gegen eine gut eingestellte deutsche Abwehr vor eine große Herausforderung gestellt.

Völler hat gewarnt: „Das müssen wir aufs Minimum reduzieren.“ Gemeint ist damit die körperliche Präsenz und der unbändige Wille der Paraguayer. Denn spielerisch gesehen ist die „Albirroja“ deutlich limitiert im Vergleich zur deutschen Elf.

Die Einschätzung von „MagentaTV“-Kommentator Jonas Friedrich ist drastisch, aber nicht völlig unangebracht: „Paraguay ist kein Gegner. Bei allem Respekt. Das ist eine drittklassige Mannschaft.“ Und doch, die Erinnerung an 2002 sollte uns lehren, dass im Fußball nichts vorgegeben ist.

Die deutsche Mannschaft steht vor einer Aufgabe, die sie ernst nehmen muss. Es gilt, die körperliche Robustheit der Paraguayer zu neutralisieren und die eigenen spielerischen Vorteile auszuspielen. Nur so kann der Weg frei sein für eine erfolgreiche WM-Kampagne. Ein Sieg gegen Paraguay ist zwar erwartet, aber er muss erkämpft werden. Das ist die bittere Wahrheit.