Ancelotti kassiert 50 mio. bis 2030 – und schmeißt neymar raus
Carlo Ancelotti hat seinen Job als Nationaltrainer Brasiliens bis 2030 sicher – und kassiert dafür satte 50 Millionen Euro. Die Vertragsverlängerung kommt, obwohl der Italiener unter zehn Spielen nur fünf Siege einfahren konnte. Jetzt muss sogar Neymar bangen.
Warum der cbf jetzt zahlt, obwohl die bilanz nur mittel ist
Die Delegierten des Brasilianischen Fußballverbandes wollten Ruhe. Nach der Trennung von Fernando Diniz und dem Wirbel um eine mögliche Rückkehr von Tite landete Ancelotti im Mai 2025 auf dem heißesten Stuhl des Kontinents. Die Ergebnisse seitdem: durchschnittlich. Doch die Marke Ancelotti verkauft sich – in Europa, in Asien, vor allem bei Sponsoren. Deshalb stockte der Verband das Jahresgehalt von zehn Millionen Euro nicht nur, sondern verlängerte automatisch bis zur WM 2030. Die Botschaft: Kontinuität vor Kritik.
Intern heißt es, Ancelotti habe parallel eine Gehaltsoffensive für seine Assistenten durchgedrückt. Fitnesscoach Francesco Mauri und Co-Trainer Davide Ancelotti sollen jeweils 40 Prozent mehr erhalten. Der Deal lief über Nacht – und wurde am Dienstagmorgen in Rio de Janeiro paraphiert, noch bevor die Presse das Papier sah.

Neymars wm-traum droht zu platzen
Während der Verband die Kasse öffnet, schließt Ancelotti die Tür für Superstars. Neymar, 34, durfte gegen Frankreich und Kroatien zuschauen – nicht einmal die Bank war für ihn reserviert. Der Offizielle Grund: mangelnde Fitness. Der wahre Grund: Ancelotti will eine jüngere, diszipliniertere Truppe. Santos-Zahlen belegen, dass Neymar in diesem Kalenderjahr nur 62 Prozent der möglichen Spielminuten absolvierte. Sein jüngster Knie-Eingriff soll die Reha beschleunigen, doch der Trainer sagt trocken: „Wir planen mit dem, was heute bereitsteht.“
Die Gruppe C der WM 2026 – Marokko, Haiti, Schottland – wirkt auf dem Papier machbar. Trotzdem rechnet Ancelotti intern mit einem harten Vorrunden-Crash, sollte sich der Kader nicht schnell verjüngen. Im März will er ins Trainingslager nach Saquarema, ohne Neymar, aber mit Endrick, Luis Henrique und drei weiteren U-20-Europareisenden. Die Altherrenriege um Thiago Silva und Casemiro ist abgeschrieben.

50 Millionen für 71-jährigen – ein kalkuliertes risiko
Wenn Ancelotti 2030 das Turnier beendet, ist er 71. Keiner seiner Vorgänger blieb so lange im Amt. Die Verantwortlichen wetten darauf, dass seine Erfahrung aus fünf Champions-League-Titeln die Selecao wieder auf das Podest führt – und die Marketingmaschine am Laufen hält. Denn die 50 Millionen zahlt nicht allein der Verband: Sportgigant Nike und der Tourismusminister von Brasilien springen mit ins Boot. Jeder Sieg liefert Content, jeder Content liefert Geld.
Die Rechnung kann aufgehen. Oder nach hinten losgehen. Ancelotti selbst schert das wenig. Er sagte kürzlich in Madrid: „Ich habe nichts mehr zu beweisen – außer dass ich auch mit grün-goldener Kappe Geschichte schreiben kann.“ Die größte Geschichte droht indes Neymar zu werden – die vom Superstar, der bei seiner letzten Weltmeisterschaft nur noch Zuschauer ist.
