Ambri stemmt sich mit tapola-verlängerung gegen den abstieg
Der HC Ambri-Piotta schläft nicht. Während die Play-out-Hoffnung nur noch ein Fünkchen ist, verlässt sich der Klub auf Kontinuität: Jussi Tapola bleibt drei weitere Jahre an der Bande. Die Botschaft dahinter – wir bauen nicht ab, wir umbauen.

Die tessiner vertrauen auf finnische ruhe statt auf panische wechsel
Tapola galt in den vergangenen Wochen als möglicher Sündenbock. Stattdessen unterschrieb der 54-Jährige bis 2027. Der Verwaltungsrat spricht von „sportlicher Identität“, gemeint ist: mehr Tempo, weniger Rückwärtsfahren, aber dieselbe Ambri-Seele aus Resilienz und Kampf. Die Fans sollen wieder stolz sein, auch wenn die Punkte aktuell fehlen.
Parallel laufen die Aktien drunter und drüber. Die heute eröffnete Kapitalerhöhung soll die Kasse füllen, damit neue Spieler kommen können. Wer einsteigt, kauft sich in ein Projekt, nicht in eine Rettung. Die Generalversammlung hatte am 8. Februar grünes Licht gegeben, nun muss das Geld fließen.
Tapola kennt Druck. Mit Tappara gewann er vier finnische Meisterschaften und die Champions HockeyLeague. In der Leventina aber verliert gerade die Defensive, was die Offensive nicht trifft. 23 Gegentore in den letzten fünf Partien sprechen eine deutliche Sprache. Seine Lösung: mehr Schulung, weniger Wechsel. „Wir werden jungen Talenten Raum geben, aber sie münnen lernen, hinten zuzupacken“, sagte er nach dem 1:4 gegen Genf.
Die Tabelle lügt nicht. Ambri steht sieben Punkte hinter dem rettenden 11. Platz. Noch vier Partien bis zur Quali-Phase, theoretisch winkt das kleine Wunder. Realistischer ist die direkte Qualifikation für die Play-outs, wo dann alles von zwei Serien abhängt. Die letzte Rettung, ein Pokal auf dem Eis.
Doch die Geschäftsführung schielt bereits über den Mai hinaus. Neue Sponsoren sollen die Lücke zwischen Tradition und moderner Vermarktung schließen, ein zeitgemäßes Fan-Erlebnis das alte Valascia füllen. Der Club will nicht nur überleben, sondern irgendwann wieder in die Top-8. Ein Traum? Vielleicht. Aber ohne Traume keine Tessiner.
Tapola brennt für diese Vision. Er arbeitet sieben Tage die Woche, schaut Videos bis zwei Uhr morgens, redet mit jedem Nachwuchsspieler einzeln. Seine Familie lebt noch in Tampere, er sieht sie alle sechs Wochen. „Ich bin hier, weil ich an diesen Berg und an diese Fans glaube“, sagt er. Ob das reicht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Eins ist sicher: Wer jetzt aufgibt, rollt den Stein nie wieder nach oben.
