Altglienicke fegt hertha 03 weg und träumt vom pott

728 Zuschauer, 90 Minuten, ein Debakel: Die VSG Altglienicke hat im Berliner Landespokal-Halbfinale Hertha 03 Zehlendorf mit 4:0 (3:0) vom Platz gefegt und sich souverän das erste Finalticket gesichert. Mehmet Ibrahimi traf doppelt, Erik Tallig und Torjäger Jonas Nietfeld komplettierten die Demontage – und das vor eigenem Publikum auf der Willi-Sänger-Sportanlage.

Ibrahimi lässt die kasse früher klingeln

Nach nur 13 Minuten war die Marschroute klar. Ibrahimi nahm einen abgewehrten Ball volley, der drückte sich unten links ein – 1:0. Neun Minuten später legte Tallig nach, als er eine Flanke von links per Innenpfosten versenkte. Hertha 03, noch am Wochenende siegreich in Leipzig, wirkte von da an wie betäubt. Die Vorstellung vor der Pause unterstrich Nietfeld mit seinem 17. Saisontreffer, ein Abpraller landete bei ihm, der Abschluss im Netz – 3:0 und die Vorentscheidung.

Trainer Almedin Civa hatte zur Pause nur noch eine Aufgabe: „Konzentriert weiterspielen, keine Geschenke.“ Seine Mannschaft gehorchte. Nach dem Seitenwechsel presste Altglienicke weiter, ließ kein Durchkommen zu und verwandelte den Abend in einen Kurzurlaub vor heimischer Kulisse. Ibrahimi krönte seine Leistung in der 73. Minute mit dem 4:0, schüttelte sich den Jubel ab, dann war Schicht im Schacht.

Finale am sonntag entscheidet den gegner

Finale am sonntag entscheidet den gegner

Während die Altglienicker schon die nächste Pokalreise planen, warten Zehlendorf und ihre Fans auf Antworten. Die Mannschaft steht in der Regionalliga Nordost auf dem letzten Tabellenplatz, der Rückenwind vom Leipzig-Coup war nur von kurzer Dauer. Das zweite Halbfinale bestimmt am Sonntag den Finalgegner: Um 14 Uhr empfängt Sparta Lichtenberg den abstiegsbedrohten BFC Dynamo. Für Altglienicke spielt es keine Rolle – wer auch immer kommt, muss sich auf eine Truppe gefasst machen, die derzeit jeden Gegner in Grund und Boden presst.

Die Willi-Sänger-Sportanlage verwandelte sich am Samstag in einen Hexenkessel. Die Fans sangen sich heiser, die Mannschaft lieferte ab. Am Ende stand ein Ergebnis, das im Fußball selten lügt: 4:0, klar, deutlich, verdient. Der Pott rückt in Reichweite – und Altglienicke spürt den Duft von Silber.