Vingegaard entzaubert die berge – lipowitz steht vor historischem coup

Jonas Vingegaard schlägt wieder zu – und das mit der Kaltblütigkeit eines Automaten. 2,5 Kilometer vor dem Ziel an der Queralt spurtete der Däne weg, schon wieder, und keiner konnte folgen. Dahinter liefert Florian Lipowitz das ab, was deutschem Radsport seit 1911 fehlt: eine Top-3-Platzierung bei der Volta a Catalunya.

Evenepoel verwandelt sich in lokomotive

Remco Evenpoel, sonst selbst Anführer, riss das Tempo hoch, riss Felix Gall aus der Gruppe, riss die Favoriten aus dem Sattel. Erst 2,5 Kilometer vor dem Ziel löste sich der Belgier, gab Lipowitz den letzten Schups. Die Acht-Sekunden-Lücke zum Gesamtzweiten Lenny Martinez? Klebt, aber sie klebt. 13 Sekunden nach vorn, acht nach hinten – das ist Lipowitz’ Goldene Mitte.

Die Zahlen sprechen für sich: 158,2 Kilometer, 3.139 Höhenmeter, 10 Sekunden Vorsprung für Vingegaard. Es ist sein zweiter Etappensieg in Folge, und es sieht nicht nach Müdung aus. In Gelb liegt er nun 1:22 Minuten vor Martinez, 1:30 vor Lipowitz. Der Ulmer könnte Geschichte schreiben – oder sie nur streifen.

Pidcock stürzt ins leere

Pidcock stürzt ins leere

Tom Pidcock fehlt. Der Olympia-Mountainbiker rutschte in einer Abfahrt ab, katapultierte sich in die Tiefe, blieb mit Knochen- und Bänderverletzungen liegen. Seine Saison steht auf Abruf. Die Bilder zeigen ein zersplittertes Rad, ein zersplittertes Gesicht.

Am Sonntag geht’s sieben Mal über den Montjuïc – dieselbe Rampe, die die Tour de France im Juli erwartet. Vingegaard wird dort nichts dem Zufall überlassen. Lipowitz hingegen hat nur eine Aufgabe: nicht nachlassen. Denn wer in Barcelona noch einmal zehn Sekunden gutmacht, schreibt sich selbst in die Geschichtsbücher.