Alonso zieht blank: bis rennen 14 wartet aston martin mit dem nächsten schritt
Fernando Alonso wird am Sonntag in Montréal wieder einrücken müssen, was er seit Monaten ahnt: Der AMR26 ist kein Siegerauto, nicht einmal ein Punkteauto. Der Großer Preis von Kanada war 2023 noch sein persönlicher Triumph – er klebte an Max Verstappen, wurde Zweiter, feierte sich und die Crew. 2025 reichte es nur für Rang sieben, aber immerhin als „erster der Sterblichen“. 2026? Die Realität lautet 19. und 20. auf dem Zeitblatt, mehr als eine Sekunde hinter dem nächsten Konkurrenten.
Keine upgrades bis barcelona – und das ist absicht
Alonso wischt die Frage nach Zwischenlösungen mit einem Satz beiseite: „Bis Rennen 14“, sagt er, kalenderblickend genau auf den Großer Preis von Spanien am 8. Juni. Dann, nicht früher, soll das Paket kommen, das den Bogen spannt. Warum so spät? Weil Aston Martin den Kostendeckel kennt und jedes Gramm Carbon zählt. „Jede Änderung bedeutet Stress für das Budget und das System“, zitiert der Asturier seine Ingenieure. Die Logik ist rücksichtslos: Wer zwei Zehntel findet, aber eine Sekunde hinten liegt, verschwendet nur Geld.
Die Konsequenz sieht auf der Strecke so aus: Mike Krack schickt seine Fahrer mit demselben Chassis, derselben Aero, derselben Hinterachse ins Rennen. Keine neuen Flügel, keine Zauber-Floor-Version, nur Setup-Spielereien zwischen Strafe und Sandpapier. Miami war deshalb kein Durchbruch, sondern lediglich die Bestätigung, dass beide Autos die Zielflagge sehen können – ein Erfolg, gemessen an den Vibrationen und Getriebe-Zittern der Saisonauftaktrennen.

Honda und newey: die heimlichen joker
Silverstone und Sakura arbeiten parallel. Honda darf wegen des 10 %-Defizits zur Referenz-Motor-Einheit 230 zusätzliche Prüfstandstunden verbrennen und kassiert 11 Millionen Dollar Extra-Budget. Dazu ein Entwicklungskredit von acht Token – ein Sechser im Lotto, wenn man ihn richtig setzt. Die zweite Trumpfkarte trägt den Namen Adrian Newey. Seit Melbourne nicht mehr an der Strecke, dafür tiefer im Reglement vergraben als je zuvor. Sein Briefing: Schlechtes Auto in ein gutes Regelwerk verwandeln, nicht nächste Woche, aber bis 2027.
Alonso weiß, dass er 41 Jahre alt ist, wenn der Plan aufgeht. Er nimmt es mit der Gelassenheit eines Mannes, der schon in einem Minardi punkten musste. „Ich bin im Frieden“, sagt er – und meint: Ich bin noch nicht im Ruhestand. In Montréal wird er wieder starten, wieder kämpfen, wieder verlieren. Aber er wird Daten sammeln, Reifen plattfahren und sich an die Boxenmauer lehnen, wenn die Uhr auf Rennen 14 tickt. Dann, nicht früher, beginnt die neue Saison von Aston Martin. Bis dahin zählt nur eine Frage: Wer überholt wen im Mittelfeld, während Alonso wartet – und die Sekunden bleiben wie ein eisiger Wind über dem Circuit Gilles-Villeneuve.
