Almería stürmt el sardinero: auswärtsfluch soll mit sieg gegen racing santander enden
Die UD almería reist als Verfolger, aber mit Siegeswillen: Am Sonntag um 21.00 Uhr trifft sie beim Racing Santander auf den Tabellenführer der Segunda División – und genau dort, wo sie historisch selten leer ausgeht. El Sardinero, sonst ein Hort für Gäste, könnte zur Bühne für den Aufstiegsgipfel werden.
Almerías auswärtsbilanz ist ein offener witz – aber nicht in cantabrien
14 Pflichtspiele gegen Racing, sieben davon in Santander. Drei Siege, zwei Remis, nur zwei Niederlagen. Die Zahlen sind kein Tippfehler. Sie sind ein Sechser im Auswärtslotto, das der Klub sonst kaum knackt. Seit 2001/02, dem Beginn der ununterbrochenen Profilaufbahn, verlor almería in der zweiten Liga kein einziges Mal in El Sardinero. Letzte Saison: 2:2. Davor: 4:3. Die Tordifferenz dort: 11:9. Knapp, aber auf der richtigen Seite.
Die Erklärung liegt weniger an taktischem Hexenwerk als an Zufall und Zyklen. Racing schwankte zwischen Primera und Segunda B, almería pendelte zwischen erstem und zweitem Stockwerk. Sie trafen sich selten, und wenn, dann erwischte es die Andalusier meist gut. In der Primera teilten sich beide die Punkte: je zwei Siege, je zwei Nullnummern. In der zweiten Etage aber diktierte bisher almería das Tempo.

Tore wie ein schwergewicht, defensive wie ein sieb
Die aktuelle Tabelle liest sich wie ein Witz des Schicksals. Racing erzielte 67 Tore, almería 66. Beide sind die besten Angriffe der Kategorie. Gleichzeitig kassierte Racing 46 Gegentreffer (Rang 19), Almería 41 (Rang 16). Wer zuerst trifft, darf sich nicht sicher fühlen. Die letzten vier Spiele der Santander endeten mit drei Niederlagen, darunter eine 0:4-Klatsche gegen Albacete und ein 1:4 in Andorra. Der Coach gerät unter Beschuss. Das Stadion grollt.
Almería antwortete mit späten Nerven. Nach dem 0:2 in Castellón schlug Leganés in der 91. Minute. Drei Punkte, ein Seufzer, ein neues Lebensgefühl. Sergio Arribas trug das Team auf seinen 21 Treffern bis hierher. Andrés Martín kontert mit 18. Beide könnten den Pichichi entscheiden – und mit ihm vielleicht den Aufstieg.

Ein punkt trennt favorit und angstgegner
Die Logik spricht für Santander, weil Heimrecht zählt. Die Historie spricht für Almería, weil El Sardinero kein Hexenkessel, sondern ein offenes Fenster ist. Die Form spricht für niemanden. Racing bröckelt, Almería flackert. Wer den ersten Haken setzt, darf hoffen, dass die eigene Hintertür nicht sofort wieder aufsteht. Der Auswärtsfluch der Rojiblancos gilt landesweit – aber nicht an dieser kleinen Ecke des Atlantik. Dort haben sie sich selten verloren. Sonntagabend wissen sie, ob die Tradition stärker ist als die aktuelle Schwäche. Ein Sieg und Almería übernimmt die Spitze. Die Uhr schlägt 21.00, der Ball rollt, die Rechnung ist einfach: gewinnen oder weiter hinterherlaufen.
