Allendorf blickt zurück: wetzlar gegen melsungen wird zum seelenkampf
Michael Allendorf sitzt seit drei Wochen im Wetzlarer Büro, doch am Sonntag trägt er das Herz seiner Vergangenheit auf dem Revers. 15 Jahre MT Melsungen – jetzt soll genau dieser Klub der TSV HSG Wetzlar endlich Luft zum Atmen verschaffen.
Der tabellenschlusslicht träumt trotz 8:38-punkten
Derzeit stehen die Hessen mit 30 Zählern Rückstand auf Rang acht da. Ein Sieg gegen die MT wäre „sensationell“, sagt Allendorf, aber er weiß: Statistik und Gefühl liegen hier weit auseinander. Denn Derby ist Derby, und der Ball kennt keine Tabelle.
Seine alten Mitspieler haben ihn selbst zusammengestellt – Linksaußen, Transferstrategen, Freunde. Jetzt sind sie Gegner. „Der Kontakt ist eng, außer am Sonntag“, sagt er und lächelt schmal. Kein Groll, nur Konzentration.

24 Paraden – das magische palicka-szenario
Schwedens Andreas Palicka hält die Weste der HSG seit Jahren hoch. Allendorf rechnet offen: „Hält er 24 Bälle, gewinnen wir.“ Eine Zahl, die klingt wie ein Lotto-Tipp, aber genau das ist Wetzlar derzeit – ein Jackpot oder nichts.
Die Fans wissen: Verlieren bedeutet nicht automatisch den Abstieg, gewinnen bedeutet nicht den Klassenerhalt. Dennoch würde ein Erfolgserlebnis wie ein Schluck Wasser in der Wüste wirken. Die Stimmung in der Rittal-Arena kocht schon Stunden vor Anpfiff.
Birgit Richter ist Sportredakteurin mit Fokus auf der TSV Pelkum Sportwelt. Für sie zählt vor allem eins: Emotion statt Excel-Tabelle.
