Bundesliga verbannt den ballkind-wurf – neue pflicht ab sofort

Schluss mit dem Zuwerfen. Ab diesem Wochenende gilt in der Bundesliga und der 2. Bundesliga eine verbindliche Neuregelung: Ballkinder dürfen den Spielern die Bälle nicht mehr zuwerfen. Was seit August 2025 noch als Empfehlung galt, ist nun in der offiziellen Spielordnung der Bundesliga als Pflicht verankert. Der Grund ist so simpel wie politisch brisant: Das alte System war ein Heimvorteil – und das soll endlich aufhören.

Wie das neue multiballsystem konkret funktioniert

Die Ersatzbälle liegen künftig auf Markierungsplättchen – sogenannten Plastikhütchen – rund um das Spielfeld. An beiden Seitenlinien werden jeweils sieben Ballstationen aufgestellt, im Abstand von etwa 17,5 Metern und mindestens zwei Meter hinter der Linie. Links und rechts neben jedem Tor kommt je eine weitere Station, etwa 7,5 Meter vom Torpfosten entfernt. Insgesamt sind pro Spiel 19 Bälle im Einsatz: der Spielball plus 18 Ersatzbälle.

Die Ballkinder verschwinden dabei nicht aus den Stadien – sie wandeln sich. Aus Werfern werden Holer. Acht sogenannte Ballholer sollen sicherstellen, dass auf den Stationen stets ein Ball liegt. Jeder darf für maximal drei Stationen zuständig sein. Klingt nach Logistik. Ist aber eine Revolution in der Spielkultur.

Der echte grund: heimvorteil durch kinder

Der echte grund: heimvorteil durch kinder

Wer die Ballkinder stellt, entscheidet das Heimteam. Und genau das war das Problem. Ein Ballkind, das dem gegnerischen Spieler den Ball auffällig langsam reicht – oder dem eigenen Stürmer blitzschnell – kann den Rhythmus eines Spiels kippen. Kein Regelverstoß, keine Gelbe Karte, keine Kamera, die draufhält. Einfach nur ein Kind, das weiß, für wen es arbeitet.

Bayer Leverkusen hatte das neue Prinzip bereits früh eingeführt. Xabi Alonso brachte es im November 2023 auf den Punkt: „Mir gefällt das, weil es uns die Möglichkeit gibt, das Tempo hochzuhalten und den Gegner so stark unter Druck zu setzen wie möglich.