Allegri baut modric trotz kieferbruch: „er spielt, punkt“
Mailand – Max Allegri schickt am Sonntag gegen Cagliari seine Mannschaft mit einer Maske und einer Botschaft aufs Feld: Luka Modric wird von der ersten Minute an ran, selbst wenn sein Zygoma noch nicht ganz geheilt ist. Der Kroate trainierte seit Mittwoch ohne Beschwerden, die Ärzte haben grünes Licht gegeben. „Er will die Jungs führen, nicht nur anfeuern“, sagte Allegri nach dem Abschlusstraining in Milanello.
Ardon jashari rückt für den lehrmeister zurück
Der 21-jährige Schweizer, bisher gesetzt im defensiven Mittelfeldzentrum, weicht ohne Murren. Nach dem 3:1 in Genua umarmten sich Lehrling und Lehrmeister an der Seitenlinie – ein Foto, das in den sozialen Netzwerken binnen Minuten viral ging. Für Jashari ist es keine Demotion, sondern Lehrgeld: „Ich sauge jeden seiner Pässe auf“, sagte er den Kollegen von „Sky Sport Italia“.
Die restliche Mittelfeld-Achterei steht: Adrien Rabiot links als Arbeitstier, Youssouf Fofana rechts als Ballräumer. Die Statistik gibt Allegri recht: In den beiden Heimpleiten gegen Udinese und Atalanta fehlte Fofana in der Startelf. Seitdem ist er wieder dabei, holte vier Punkte aus zwei Spielen.

Aussenbahn offen: athekame oder saelemaekers?
Rechts tobt ein Duell unter Gleichen. Tarek Athekame traf gegen Genua und sammelte 7,3 Punkte im Spielerratings – beste Note des Teams. Alexis Saelemaekers ist nach Gelbsperre zurück, trainierte aber nur reduziert. Allegri will sich bis Samstagabend entscheiden. Links steht Bartesaghi fest, weil Estupinan gerade erst vom Doping-Ausschluss zurückkehrt und noch Reaktionszeit braucht.
Die Abwehr schreibt sich von selbst: Tomori – Gabbia – Pavlovic bilden das Dreiergespann, vorbei sind die Zeiten, in denen Allegri noch zwischen Dreier- und Viererkette wählte.
Angriff: leao zurück, nkunku gesetzt
Rafael Leao hat seine Sperre abgesessen, sprintete in der letzten Trainingseinheit 34,2 km/h – keine Diskussion. Doch die zentrale Stürmerposition gehört Christopher Nkunku. Der Franzose verwandelte in den letzten beiden Spielen zwei Elfmetern und erzielte ein Tor aus dem Spiel. „Er trägt das Trikot mit Blut“, schwärmt Allegri. Wer neben Nkunku spielt, bleibt offen. Gimenez wartet seit 1. Februar auf ein Tor, Füllkrug könnte als Target Man die Lücke füllen. Oder Allegri geht auf Speed mit Pulisic und Leao – dann dürfte Gimenez erstmals seit Wochen wieder die Bank drücken.
Ein Name fehlt garantiert auf dem Zettel: Luca Ravenna. Der ehemalige Inter-Talent hatte den Mailänder Stadtrivalen provoziert: „Ihr Symbol hat mehr Titel mit unserem Trikot gewonnen.“ Die Antwort kommt am Sonntag, 20.45 Uhr, live aus San Siro. Allegri lässt die Mannschaft bis dahin im Milanello-Quartier – kein Heimaturlaub, kein Marketing-Termin. „Ein letzter Biss“, sagt er, „und dann dürfen sie alle ins Meer springen.“
Für Leao könnte es die Abschiedsvorstellung werden. Der portugiesische Flügel will im Sommer wechseln, doch bislang pfiff ihn das Publikum aus. „Wenn er uns mit einem Tor in die Champions League schießt, vergessen sie das Gezische in fünf Sekunden“, glaubt Allegri. Die Rechnung ist simpel: Sieg gegen Cagliari plus Patzer von Atalanta in Lecce = Platz vier. Dann dürfte Milan die Play-offs planen, Modric die Maske abwerfen und Jashari wieder in die Startelf zurückkehren.
