Alisson santos: vom sturm-reservisten zum napoli-hoffnungsträger in nur 30 tagen

Alisson Santos kam für 3,5 Millionen Leihgebühr, um die Bank zu wärmen. Jetzt spielt er sich für 16,5 Millionen fest – und ins Herz von Antonio Conte. Vier Serie-A-Einsätze, zwei Tore, drei Mal von Anfang an: Die Bilanz des Brasilianers liest sich wie ein Drehbuch, das keiner im Januar geschrieben hätte.

Der wechsel, der conte überzeugte

Der Coach gilt als Misstrauischer gegenüber Winterzugängen. Bei Alisson brauchte es zwei Trainingseinheiten. „Er hat mich in der ersten Woche angerufen und gesagt: ‚Wenn er nicht dribbelt, werde ich wütend‘“, erzählt ein Betreuer. Die Botschaft: Verlier den Ball, aber versuch die Aktion. Genau das fehlte dem SSC nach der Neres-Verletzung.

In der Liga schoss er gegen Roma den späten Ausgleich, in Turin schockte er Il Toro mit einem Solo. In der Champions League hatte er bereits vor der Unterzeichnung geglänzt: Gegen Bayern von Beginn an, gegen Bilbao den 87-Minuten-Siegtreffer. Sporting Lissabon zahlte die Trefferprämie, Napoli kassierte die Punkte.

Wieso der deal trotz null-euro-kasse funktionierte

Wieso der deal trotz null-euro-kasse funktionierte

De Laurentiis musste Leihen verkaufen, um leihen zu dürfen. Ein Ping-Pong aus Optionen: Zaniolo nach Turkei, Raspadori-Zinsen vorverdient, fertig war die Kasse für Alisson. Die Klausel: 16,5 Mio. bis 30. Juni, danach steigt der Preis auf 20. Laut Insidern hat Napoli schon signalisiert, dass gezahlt wird. Der Spieler selbst will länger bleiben, seine Familie hat sich in Posillipo eingemietet.

Conte plant ihn schon als post-Kvara-Lösung, auch wenn Neres zurückkehrt. 4-3-3 mit zwei offenen Flügeln, darin Alisson links, Neres rechts – das Experiment läuft bereits auf der Trainingsanlage. Gegner schicken doppelte Deckungsriemen, er tanzt trotzdem ins Zentrum. Seine Quote: ein Tor alle 77 Minuten, besser als jeder Napoli-Flügel seit 2020.

Blick nach brasilien: wm-ticket in sicht

Blick nach brasilien: wm-ticket in sicht

Carlo Ancelotti beobachtet laut CBF-Quelle „jede Minute“. Brasilien fehlt ein Dribbler neben Vinícius, Alissons Spielweise passt. Juni-Länderspiele gegen Kolumbien und Argentinien gelten als Test. Sollte er starten, winkt mindestens 500.000 Euro Prämie – und ein Platz im Kader, der ihm vor drei Monaten noch verwehrt schien.

Am Sonntag gegen Lecce will er nachlegen. Das Maradona ist ausverkauft, die Curva hat schon ein Banner bestellt: „Alisson, il nostro samba.“ Conte wird wieder an der Seitenlinie stehen, bereit, loszubrüllen – falls sein Flügelheld mal nicht dribbelt.