Alcaraz-alarm: handgelenks-drama könnte saison killen
Carlos Alcaraz schwieg, als er Madrid absagte. Kein Arzt verrät das Ausmaß. Dabei könnte eine vermeintliche De-Quervain-Tenosynovitis den 21-Jährigen bis zu sechs Monaten auf die Ränge verbannen – und seine Vorhand revolutionieren.
Was hinter dem schweigen steckt
Seit zwei Wochen testen Murcias Mediziner das rechte Handgelenk des Weltranglisten-Zweiten. Die Diagnose: offiziell „nicht öffentlich“. Inoffiziell sickert durch, dass der Sehnenscheiden-Inflammation ein chronischer Entzündungsherd zugrunde liegt – jene Variante, die Tennisspieler meist erst verspüren, wenn Band- und Knorpelstrukturen bereits leiden. „Akut ist er in vier bis sechs Wochen fit“, sagt UCAM-Traumatologe José Luis Martínez Romero. „Chronisch bedeutet drei bis sechs Monate Pause, Saison aus.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: seit Australian Open und Doha-Sieg fehlten 18 Turniertage, die ihm 2.000 Punkte und 1,4 Millionen Dollar Preisgeld einbrachten. Jede weitere Woche Außenseiter kostet zusätzlich 200 Ranking-Punkte – und verschiebt das Ziel Nummer eins auf After-Shave-Anzeigen im Spätsommer.

Wenn der schlag neu erlernt wird
Noch dramatischer: das trianguläre Fibrokorpelkomplex-Lädchen zwischen Elle und Speiche gilt als „Handgelenks-Meniskus“. Reißt es, droht ein operativer Eingriff. „Dann muss Carlos möglicherweise die Impact-Technik ändern, um Druck vom Gelenk zu nehmen“, erklärt Martínez Romero. Sprich: weniger Topspin, mehr Slice – ein Systemwechsel, den selbst Rafael Nadal nach seiner Handgelenks-Operation 2014 nur unter Schmerzen vollzog.
Zurück bleibt ein Ensemble aus Eisbeuteln, Tape und Frust. Queens und Wimbledon? Noch ohne Startbestätigung. Die Rasensaison beginnt in 24 Tagen. Alcaraz’ Team schweigt weiter – und lässt die Gerüchteküche brodeln.
Die Uhr tickt. Die Fans warten. Und die Konkurrenten – allen voran Jannik Sinner – sammeln ungestört Punkte. Wenn der Murcianer erst im Herbst zurückkommt, könnte er außerhalb der Top 10 landen. Dann zählt nur noch eines: eine Hand, die endlich schmerzfrei bleibt – egal, wie der Ball danach fliegt.
