Alba fegt vechta raus und wacht im halbfinale auf
98:89. Die Zahlen glühen noch auf der Anzeigetafel, doch im O2 Berlin tobt längst ein Fest, das man seit Jahren nicht mehr so erlebt hat. Alba Berlin dreht eine 1:2-Serie, zertrümmert Rasta Vechta im entscheidenden fünften Spiel und schreibt nach dem 3:2-Erfolg die erste Playoff-Halbfinale-Ticket seit 2025. 8.867 Zuschauer schreien sich die Seele aus dem Leib, darunter Johannes Thiemann, der 2021 noch selbst die Meisterschaft trug und jetzt nur noch jubeln kann.
Kayil und hermannsson lassen vechta keine luft
Der 20-jährige Jack Kayil spielt sich wie ein Veteran durch die Defense und nagelt 20 Punkte an die Bretter – genug, dass schon wieder NBA-Scouts ihr Notizblock zerreißen. Daneben zieht Martin Hermannsson mit 19 Punkten die Fäden, verwandelt jeden Ballbesitz in ein offenes Visier. Beim 9:9 schaltet Alba einen Gang höher, zieht bis zur Pause auf 50:40 davon und gibt die Führung nie wieder ab. Vechta stemmt sich mit Alonso Verge (19 Punkte), aber es reicht nur, um die Niederlage würdevoll zu verpacken.
Trainer Pedro Calles hatte nach dem Auswärtssieg am Sonntag von „Vertrauen“ gesprochen – und seine Mannschaft liefert die Bestätigung auf auf dem Parkett. Kein Zweifel, keine Nervosität, nur kalte Effizienz. Die Arena erinnert sich plötzlich an die Tage von Big Man Thiemann, als Alba zuletzt Meister wurde. Jetzt, vier Jahre später, riecht der Club wieder nach Titel.

Nächster halt bamberg – und die uhr tickt laut
Am Samstag startet das Halbfinale gegen Bamberg. Die Franken haben ihre Viertelfinal-Serie ebenfalls in fünf Spielen entschieden, liegen also nicht weniger in Fahrt. Alba hat die jüngere, hungrigere Rotation, Bamberg die Erfahrung und ein Heimrecht, das in der Postseason schon oft Gift war. Doch wer heute Abend den Wellblechsound im O2 gehört hat, weiß: Diese Mannschaft glaubt fest daran, dass 2026 das Jahr der Rückkehr auf den Thron wird.
98:89 – und plötzlich steht Berlin wieder dort, wo es hingehört: in der vordersten Reihe, Titelgeruch in der Nase und 8.867 Leuten im Rücken, die bereit sind, die nächste Nacht durchzudrehen.
