Ailton feiert handball-comeback – 9458 fans erleben dhb-krimi gegen ägypten
Die ÖVB-Arena bebte. 9458 Zuschauer, ein 34:33, und mitten drin Ailton. Der 52-jährige Werder-Held schnappt sich den harzklebrigen Ball, wirft, trifft – und lacht. „Fußball ist besser“, sagt er, aber seine Augen strahlen. Erlebnis Handball.
Silber-helben rächen sich für dortmund
Nur 48 Stunden nach dem 41:38-Torregen in Dortmund legt Bundestrainer Alfred Gíslason den Schlüssel unter die Matte: Defensive zuerst. Die Botschaft geht durch. Nach 30 Minuten steht eine 13:9-Führung, nur 13 Gegentore. Johannes Golla atmet durch: „Wir waren aggressiver, hatten mehr Blocks. Genau das wollten der Coach.“
Doch die zweite Hälfte schleift. Ägypten dreht auf, die Führung schmilzt. Gíslason nimmt die Auszeit, schreit, schmeißt die weibe Pappe. Danach kommt David Späth für Lasse Ludwig, kassiert nichts mehr. Geburtstagskind Lukas Mertens wirft die Tore, die Bremen jubeln lassen.

Mertens’ party und schluroffs heimspiel
Mertens sitzt erstmals auf der Bank – ein Luxusproblem. Der Flensburger wird 30 und darf den Ehrentag auf dem Parkett feiern. „Wer kann schon sagen, dass 10.000 Leute für ihn singen?“ sagt er, während er Autogramme schreibt. Die Familie wartet draußen, Torte steht bereit.
Miro Schluroff dagegen spielt vor heimischer Kulisse. Der Gummersbacher Linkshänder ist Topscorer vor der Pause. „Mega coole Sache“, sagt er. „Letztes Mal saß ich auf der Tribune und habe angefeuert, jetzt schieße ich die Tore selbst.“
Am Ende steht Julian Köster mit sechs Treffern in der Statistik. Aber die Zahl, die zählt, ist 34:33. Sie bedeutet: die Silber-Helden haben den Sieg gegen den Afrikameister eingetütet, 297 Tage vor der Heim-WM 2027.

Ailton bleibt ein fußballer
Der Kugelblitz zieht seine Runden, posiert mit Silvio Heinevetter, 41, der einst selbst zwischen den Pfosten stand. „Geiles Spiel“, sagt Ailton, „aber ohne Harz wäre es perfekt.“ Er wischt sich die Hände an einem Handtuch ab, verabschiedet sich mit einem Grinsen. Bremen feiert, die Handball-WM rückt näher. Und der Fußball? Der wartet schon wieder auf seinen großen Auftritt.
