Mainz dreht auf: nebel-doppelpack schockt frankfurt – abstiegsangst fast verflogen

Paul Nebel hat Eintracht Frankfurt mit zwei Schüssen aus dem Europa-Rennen gekickt und den 1. FSV Mainz 05 an einem Nachmittag aus der Sorgenecke Katapult-Power zurück in die Realität geschmettert. 1:2 (1:1) hieß es am Sonntag im Mewa-Forum, und die Zahl, die danach zählt, lautet neun – neun Punkte Vorsprung der Rheinhessen auf den Relegationsrang, nachdem sie vor sieben Tagen erst Geschichte im Conference League-Viertelfinale schrieben.

Burkardt zurück, nebel glüht – frankfurt stolpert

Jonathan Burkardt, frisch von Julian Nagelsmann nicht für die Länderspiele nominiert, bekam vor Anpfiff Tränen, Rosen und ein Bild in die Hand gedrückt. Elf Jahre Mainz, ein Sommerwechsel voller Sehnsucht – und dann das: 89 Minuten seinen Ex-Klub jubeln hören. Der 24-Jährige stand starr auf der Bank, während Nebel nach Flanke von Leandro Barreiro den Ball zum Sieg durch Zetterers Beine düsterte. Die SGE-Defensive schaute dabei aus, als hätte jemand die Pause-Taste vergessen.

Die Eintracht hatte die Rechnung ohne Mainz' Aggressivität gemacht. Schon nach sechs Minuten rutschte Arthur Theate unglücklich ins Bällchen, Nebel nutzte die Chaos-Phase. Frankfurt antwortete zwar durch Nathaniel Brown, der nach Doppelpass mit Hugo Ekitiké aus sieben Metern einschob, doch mehr als ein Aufbäumen war nicht drin. Die Mainzer Presse zog die Linien eng, Sano und Becker schalteten um wie Uhrwerke, während bei den Gästen nur Farès Chaibi mit einem Lattenkopf (61.) Richtung Tor wirkte.

Die zahlen, die die wahrheit sagen

Die zahlen, die die wahrheit sagen

39 Punkte stehen für Frankfurt nach 27 Spielen – acht weniger als Bayer Leverkusen, die am Samstag beim 3:3 gegen Heidenheim Selbstvertrauen verschenkten. Die Europa-League-Träume der Hessen bekommen Risse, die Conference-League-Chance schrumpft auf ein theoretisches Szenario. Mainz dagegen kann durchatmen: 30 Zähler, neun Punkte Luft, drei Spiele Vorsprung. Für den Rest der Saison reicht ein durchschnittlicher Schnitt, um den Abstieg in die 2. Liga zu verhindern.

Und dann ist da noch Burkardt. Der Stürmer, den Heidel noch als „außergewöhnlichen Spieler“ bezeichnete, musste mit anhören, wie einzelne Fans pfiffen. „Das geht gar nicht“, sagte der Manager sichtlich verärgert. Für Burkardt bleibt die Rückkehr ein bittersüßes Kapitel: geliebt, verabschiedet – und am Ende der Matchwinner heißt Nebel.

Frankfurt muss nun nach vorne schauen. Das nächste Spitzenspiel wartet, der Kalender rückt näher an die heiße Phase. Die Mainzer dürfen dagegen durchatmen, ihre Serie von vier Siegen in Serie spricht Bände. Wer jetzt noch von der „Kleinigkeit Abstieg“ redet, versteht die Dynamik der Tabelle nicht. Die Null muss stehen, der Punkteabstand muss wachsen – und am Ende zählt nur, wer im Mai noch international spielt. Frankfurt steht mit dem Rücken zur Wand, Mainz tanzt auf der Rasenkante. Der Rest der Saison wird zeigen, wer die Nerven behält – und wer sich verzockt.