Aicher überholt riesch: deutschlands wintersport-millionärin!
Ein Paukenschlag im deutschen Wintersport: Emma Aicher hat nicht nur Mikaela Shiffrin im Gesamtweltcup herausgefordert, sondern auch eine finanzielle Leistung erbracht, die selbst eine Legende wie Maria Riesch in den Schatten stellt. Die 22-jährige Skirennläuferin hat in dieser Saison 387.265 Euro verdient – mehr als Riesch in ihrer erfolgreichsten Saison 2010/11.

Die steigenden preisgelder als entscheidender faktor
Der Erfolg Aichers ist nicht nur das Ergebnis ihres sportlichen Könnens, sondern auch ein Spiegelbild der gestiegenen Preisgelder im Damen-Rennsport. Während Riesch damals mit 16 Podiumsplatzierungen und sechs Rennsiegen „nur“ auf rund 354.000 Euro kam, konnte Aicher dank der erhöhten Dotierungen mit zehn Podestplätzen und drei Siegen diesen Wert deutlich übertreffen. Das ist ein klarer Beweis dafür, dass sich die Investitionen in den Frauen-Wintersport auszahlen.
Die Sport BILD-Analyse zeigt, dass insgesamt 3,256 Millionen Euro an Preisgeld an 143 Sportlerinnen und Sportler ausgeschüttet wurden. Im Schnitt bedeutet das 22.770 Euro pro Kopf – eine Summe, die insbesondere Biathletinnen und Biathleten in der Breite erreichen können. Doch im alpinen Skisport winken den Top-Athletinnen und -Athleten die größten Gewinne: Ein einzelner Weltcupsieg bringt hier 54.709 Euro ein, im Vergleich zu lediglich 20.000 Euro im Biathlon.
Besonders beeindruckend ist der Vierschanzen-Tournee-Sieg im Skispringen, der mit 109.000 Euro dotiert ist – ein Preis, den der Slowene Domen Prevc in diesem Jahr abräumte. Weltcup-Triumphe im Skispringen sind mit 15.000 Franken (16.300 Euro) ebenfalls sehr lukrativ. Die Skispringer und Skispringerinnen sind mit neun Athleten in den Top 50 vertreten.
Ein Blick auf andere Disziplinen offenbart deutliche Unterschiede in der Preisgeldstruktur. So erhalten Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer für WM-Titel „nur“ 78.100 Euro – eine Summe, die sich Minerva Hase und Nikita Volodin als Paar für ihren WM-Gold gesichert haben. Olympiasiegerin Daniela Maier (Skicross) erhielt für ihre zwei ersten Plätze im Weltcup jeweils 15.714 Euro, dieselbe Summe ging auch an Snowboarderin Ramona Hofmeister. Die Rodler hingegen fühlen sich unterbezahlt: Pro Weltcup-Rennerfolg gibt es hier lediglich 1400 Euro im Einzel und 2200 Euro für einen Doppelsitzer.
Olympiasieger Max Langenhan (Rodeln) landete mit 17.216 Euro auf dem 50. Platz – sein Einsitzer-Gold von Cortina d’Ampezzo brachte ihm dabei gerade einmal 3000 Euro vom Weltverband FIL ein. Das zeigt deutlich, wo noch Handlungsbedarf besteht, um alle Wintersportdisziplinen gleichwertig zu honorieren.
