Ägyptens wm-heldin gomaa rückt beim thc in die torlinie
Die Transfermühle im Handball-Bundesliga-Oberhaus dreht sich rasant: Kaum hatte der Thüringer HC den Abgang von Christina Lövgren Hallberg verkündet, steht mit Mai Gomaa schon die Nachfolgerin parat – und die kommt direkt vom Nil.
Nil-import für den aufstiegskandidaten
Die 30-jährige Nationalkeeperin wechselt von Energa Koszalin in die Bundesrepublik und unterschreibt beim ambitionierten Klub aus Bad Langensalza. Für den THC ist sie nicht nur die erste Ägypterin in der Vereinsgeschichte, sondern auch die Antwort auf eine klare Frage: Wer kann Laura Kuske auf höchstem Niveau entlasten?
Trainer Herbert Müller hat die Antwort schon vor Monaten kennengelernt. „Bei der Afrika-Meisterschaft war sie uns aufgefallen“, sagt er. „Dort zur besten Torhüterin gewählt, in Polen mit Abstand die meisten Paraden – das war das letzte Puzzleteil.“ Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 38 Prozent Fangquote in der polnischen Ekstraklasa, 12 Siege in Serie vor der WM-Pause, dazu ein Temperament, das in der Halle knistert.
Für Gomaa selbst ist der Schritt logisch. „Ich wollte immer in eine der stärksten Ligen der Welt“, sagt sie im kurzen Club-Video. „Der THC bietet mir internationale Spiele, Top-Training und eine klare Perspektive.“ Dass sie dabei Christina Lövgren Hallberg ersetzt, die nach Schweden zurückkehrt, sieht sie gelassen: „Jede Tür, die sich schließt, öffnet eine neue – und ich bin bereit.“

Siebter neuzugang, erste aufstellung noch offen
Mit Gomaa komplettiert der Klub den Kader für 2026/27. Neben der Brasilianerin Marcela Arounian, der Ungarin Luca Csíkos und der deutschen Nachwuchshoffnung Sabrina Tröster bildet die Afrikameisterin das siebte Puzzlestück. Die Frage, ob sie direkt in der Startformation steht, bleibt offen – die Konkurrenz um die zwei Torplätze dürfte das spannendste Duell der Vorbereitung werden.
Die Fans reagieren euphorisch: Innerhalb von zwei Stunden nach Bekanntgabe verkaufte der Klub über 300 Dauerkarten, die Social-Media-Kanäle explodierten vor Emojis und Nil-Fieber. Ein Supporter kommentierte trocken: „Wenn wir schon keine Pyramide bauen, holen wir uns wenigstens die Pharaonin.“
Am 15. August beginnt die Vorbereitung, dann steht Gomaa erstmals im Tor. Die Erwartung ist klar: Sie soll nicht nur parieren, sondern die Defensive neu justieren. Der THC träumt vom erneuten Einzug ins Europacup-Viertelfinale – und vielleicht sogar von dem Tag, an dem eine ägyptische Flagge im Europapokal weht.
