Agüeros letztes comeback endet mit achillessehnen-riss: traum vom fußball-urteil

Sergio Agüero wollte dem Fußball nicht abschied nehmen, sondern sich ihm in kleinen Dosen zurückgeben. Jetzt hat ihn der Sport erneut ausgebremst – diesmal mit einem Knall. Bei einem Ü35-Spiel für Independiente gegen River Plate riss die Achillessehne, ein Geräusch, das selbst Zuschauer am Spielfeldrand hören konnten. Der 37-Jährische wurde auf Tragen vom Platz getragen, die Operation steht morgen an.

Herzfehler zwang ihn 2021 zur pause – der ball blieb seine droge

Agüero hatte seine Profikarriere offiziell am 15. Dezember 2021 beendet, nachdem Ärzte ein Herzrhythmusproblem entdeckten. Die Diagnose war ein Schnitt ins Leben, nicht nur ins Herz. Er beschrieb das Gefühl damals als „Ertrinken ohne Wasser“. Dennoch meldete er sich bei alten Freunden: Ü35-Mannschaften in Buenos Aires, wo er mit Maskottchenkindern einlief und sich nach jedem Tor die Sonnenbrille aufsetzte, als wäre nichts geschehen.

Die Verletzung passierte in der 28. Minute eines Freundschaftsspiels, das eigentlich nur ein lockerer Sonntagstrainingseinstand war. Agüero ging für einen Steilpass in die Tiefe, sein linker Fuß blieb im Rasen hängen. Die sofortige Schmerzenswelle ließ ihn auf allen vieren liegen. Unabhängige Mediziner berichten, dass eine komplette Achillessehne-Riss-Operation vier bis sechs Monate Reha bedeutet – ein Zeitfenster, das für einen 37-Jährigen, dessen Herz ohnehin unter Beobachtung steht, ein neues Risiko darstellt.

Die Zahl, die seine Karriere definiert, bleibt unangetastet: 184 Premier-League-Tore in 275 Einsätzen für Manchester City. Dort wurde er fünfmal Meister, einmal Pokalsieger, sechsmal Ligapokalgewinner. Die 40-Millionen-Euro-Ablöse, die City 2011 an Atlético Madrid überwies, war damals ein Transferrekord innerhalb Englands. Auch Barça zahlte 2021 keine Ablöse, aber ihm blieben nur fünf Pflichtspiele, bis das Herz ihn stoppte.

Die frage lautet nicht mehr, ob er zurückkommt – sondern warum er es noch versucht

Die frage lautet nicht mehr, ob er zurückkommt – sondern warum er es noch versucht

In den sozialen Netzwerken postete Agüero ein Foto aus der Klinik Otamendi: Daumen hoch, aber Augenringe bis zum Kinnboden. „Morgen wird operiert“, schrieb er, „danach sehen wir weiter.“ Die Wortwahl klingt wie eine Autopilot-Phrase, die er schon einmal benutzt hatte, als das Herz zitterte. Fans kommentieren mit Emojis von gebrochenen Herzen und Schuhen, die niemals wieder laufen werden.

Der argentinische Fußballverband AFA will ihm ein Amt in der Jugendabteilung anbieten, Independiente prüft ein Stadion-Testimonial. Aber Agüero selbst schweigt zu Plänen. Sein Umfeld berichtet, er habe das Spiel auf dem Platz neben dem Altar seiner Jugendkirche angeordnet – ein letztes Mal Gottesdienst mit Ball. Die Ironie: Genau dort, wo er mit zwölf Jahren gegen Erwachsene traf, endet nun möglicherweise jede Laufbahn.

Für den Sportjournalisten und Fan bedeutet das: Wir erleben kein Comeback mehr, sondern eine dokumentierte Abnabelung. Das nächste Mal, wenn Kun ein Foto postet, wird er wahrscheinlich am Strand stehen, ohne Stutzen, dafür mit einem kalten Mate in der Hand. Der Fußball wird ihn nicht mehr brauchen, aber er wird den Fußball brauchen – nur eben als Erinnerung, nicht als Beruf. Die Geschichte endet nicht mit einem Tor, sondern mit einem Krankenhausflur. Und das ist okay, weil sie echt ist.