Mattuschka zerlegt den zweitliga-endspurt: darmstadt rauf, schalke in die relegations-hölle
Torsten Mattuschka spricht es aus, was viele befürchten: Schalke rutscht in die Relegation, Darmstadt fliegt direkt raus aus dem Unterhaus. Der Sky-Experte legt sich fest – und liefert Zahlen statt Bauchgefühl.
„Die Lilien sind auf 85 Prozent die gleiche Elf wie letzte Saison“, sagt Mattuschka im Gespräch mit Sport BILD. „Die Automatismen sitzen, der Knoten ist früh geplatzt, und das Böllenfalltor wird zur Festung.“ Drei Heimspiele gegen direkte Konkurrenten – Hannover, Elversberg, Paderborn – machen den Aufstieg laut Mattuschka „nur noch formsache“.
Warum schalke erneut zittern muss
Die Königsblauen liegen momentan auf dem Relegationsplatz – und Mattuschka sieht keinen Ausbruch. „Jeder erwartet, dass der Klub hochkommt, aber die Erwartung wird zum Korsett“, erklärt er. „Die Mannschaft verkrampft, wenn der Gegner trifft.“ Dazu passt: Die 96 und Hertha haben laut ihm „nicht die Mentalität, um in den letzten sieben Spielen durchzustarten“.
Der Ex-Profi rechnet sogar mit einem Trainer-Beben oben drin: „Vielleicht tauscht ein Verein aus der oberen Tabellenhältte noch den Coach. Der 1. FC Köln hat’s vorgemacht – Platz eins rettet vor Entlassungen nicht.“

Elversberg und paderborn setzen auf anti-stress-modell
Während Traditionsclubs schwitzen, profitieren die Aufsteiger vom Mangel an Historie. „Elversberg und Paderborn haben den geringsten Druck“, sagt Mattuschka. „Keiner erwartet, dass sie direkt durchmarschieren – genau das macht sie gefährlich.“ Sein Tipp: Elversberg landet auf Platz zwei, Paderborn wird Dritter.
Bei Dynamo Dresden sieht er die große Überraschung im Abstiegskampf. „Die Mannschaft holt sich elf Punkte, braucht aber nur zehn“, rechnet er vor. „Trainer Thomas Stamm hat aus der Truppe eine Laufmaschine gemacht.“
Und Hertha BSC? „Die Berliner bestimmen den Abstiegskampf mit“, sagt Mattuschka trocken. „Sieben direkte Duelle gegen Konkurrenten – das ist wie ein Pokalwettbewerb innerhalb der Liga.“
Für Fabian Reese sieht er trotz möglicher Pleite keine Flucht. „Er hat bis 2030 unterschrieben, er will mit der Hertha wieder angreifen“, betont der Experte. „Das ist ein Statement – und ein Zeichen, dass sich der Klub langfristig aufstellt.“
Am Ende bleibt ein Fazit, das wehtut: Münster und Fürth müssen runter. „Münster hat einen Anti-Lauf, Fürth trotz Aufbäumens zu viele Punkte verschenkt“, sagt Mattuschka. „Die Rechnung ist gnadenlos – und die 2. Liga gnadenlos.“
