Agnes reisch verpasst podest: deutsche skispringerinnen rutschen weiter ab
Siebter Platz als Trostpflaster – das ist die bittere Bilanz von Agnes Reisch beim Heim-Weltcup in Hinzenbach. Nach dem Olympia-Debakel ohne Medaille rutschen die deutschen Skispringerinnen auch im Weltcup weiter ab, während Österreichs Lisa Eder vor eigenem Publikum jubelt.
Die zahlen lügen nicht: kein podest seit sotschi
88,5 und 86,0 Meter – das reichte Eder zum zweiten Weltcupsieg ihrer Karriere. Die 23-jährige Salzburgerin ließ selbst Norwegens Doppel-Olympiasiegerin Anna Odine Ström hinter sich, die sich mit Silber begnügen musste. Doch während die österreichische Fangemeinde ausflippte, verharrten die deutschen Flags am Hang.
Agnes Reisch landete mit 245,5 Punkten auf Rang sieben – Lichtjahre vom Podest entfernt. Selina Freitag, am Vortag noch Sechste, fiel auf Platz zehn zurück. Anna Hollandt wurde 13., Katharina Schmid sogar nur 16. Die Rekord-Weltmeisterin verabschiedet sich mit einem Trauerspiel: Bei ihrer Abschiedstournee rutscht sie immer tiefer in die Bedeutungslosigkeit.

Nika prevc rettet sich vor schmach
Selbst Weltcup-Primus Nika Prevc hatte Mühe. Die Slowenin, die am Samstag ihren 14. Saisonsieg feierte, patzte im ersten Durchgang. Erst im Finale zeigte sie mit 89,5 Metern die Tagesbestweite – Platz drei war das Maximum der Möglichkeiten.
Die deutsche Truppe dagegen wirkt wie gelähmt. Kein Sprung saß richtig, keine Landung wirkte sicher. Der Sprung von der Großen auf die Kleine Schanze half nicht – das Material stimmte, die Köpfe nicht.

Der abwärtstrend hält an
Seit Olympia ist die deutsche Skispringerinnen-Equipe ein Schatten ihrer selbst. In Peking fehlte jede Medaille, nun folgt die nächste Podest-Pleite. Die Verantwortlichen reden von „Umbruch“, doch auf der Schanze sieht man davon nichts.
Die Saison neigt sich dem Ende zu, die deutschen Farben sind abgehängt. Während Österreich jubelt und Norwegen mithält, schauen die DSV-Damen zu. Reischs siebter Platz ist kein Auftakt, er ist das vorläufige Ende einer Enttäuschung, die sich seit Wochen zieht.
