Ackermann & märkl: freundschaft, berge und der kampf um die zeit

Die Welt des Profi-Radsports ist hart – eine unerbittliche Spirale aus Training, Wettkampf und Reise. Doch für Pascal Ackermann und Niklas Märkl ist sie auch ein Ort der besonderen Freundschaft, der auf gemeinsamen Wurzeln und gegenseitiger Unterstützung basiert. Eine Beziehung, die in den österreichischen Bergen geschmiedet wurde und nun auch in den Herausforderungen des Familienlebens Halt gibt.

Mehr als nur trainingspartner: eine pfälzer buwe-freundschaft

Die beiden Sprinter, beide aus der Pfalz stammend, haben mehr als nur das gleiche sportliche Ziel. Sie teilen eine tiefe Freundschaft, die weit über das Tagesgeschäft hinausgeht. In den heimischen Wohnzimmern, wo die Katze um ihre Beine schleicht und ein vergoldetes Rennrad an der Wand hängt, finden sie einen Rückzugsort von der Intensität des Rennsports. Gerade erst Vater geworden, hält Pascal Ackermann seinen Sohn im Arm, während Patenonkel Märkl voller Freude zuschaut. Diese Momente sind Balsam für die Seele, eine Erinnerung daran, was wirklich zählt.

“Grundsätzlich, muss ich ehrlich gestehen, nimmt die Frau sehr, sehr viel Stress weg und lässt mich sehr viel machen,” gesteht Ackermann im Interview. Seine Frau Mara jongliert mit den Anforderungen des Familienlebens und ermöglicht es ihm, sich voll und ganz auf den Sport zu konzentrieren. Das ist ein unschätzbarer Wert in einer Disziplin, die so viel Zeit und Energie fordert.

Der schalter: vom rivalen zum freund

Der schalter: vom rivalen zum freund

“Ich glaube, dass wir privat ganz andere Menschen sind als auf dem Fahrrad”, erklärt Ackermann. Auf der Straße ist er ein gnadenloser Sprinter, der im Kampf um den Sieg durchaus auch mal seine Gegner verärgern kann. Doch abseits des Rennens ist er ein freundlicher Mensch, der seine Freunde schätzt. Diese Fähigkeit, den Schalter umzulegen, ist entscheidend für den Erfolg im Profisport. Es braucht die Konzentration und Aggressivität, um an die Spitze zu fahren, aber auch die Fähigkeit, sich danach wieder zu entspannen und die Freundschaft zu pflegen.

Der Giro d'Italia 2023 war ein Wendepunkt in ihrer Beziehung. Neben sportlichen Erfolgen entstanden hier tiefe Freundschaften. Die intensiven Gespräche, die gemeinsame Herkunft und das humorvolle Miteinander schweißten die beiden zusammen. “Es arbeitet sich immer leichter mit Freunden”, sagt Märkl zufriedenstellend.

Und während der Trainingsmonate am Bodensee, wo die beiden regelmäßig gemeinsam Kilometer fressen, wird die Freundschaft weiter vertieft. “Die eine Woche hat Akki mich im Sack, die andere habe ich ihn im Sack”, grinst Märkl. Es ist ein freundschaftlicher Wettstreit, der beide antreibt, immer das Beste aus sich herauszuholen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ackermann verpasste in den ersten vier Lebensmonaten seines Sohnes zwei Monate, während Märkl bei allen Frühjahrsklassikern, der Tour de France und der Giro an den Start ging. Die Abstriche, die beide machen, sind enorm, doch die Leidenschaft für den Sport treibt sie an.

Die beiden Radprofis sind ein lebendes Beispiel dafür, dass Leistungssport und Freundschaft nicht unvereinbar sind. Sie beweisen, dass man auch in einer hart umkämpften Welt eine tiefe Verbindung eingehen und sich gegenseitig unterstützen kann. Eine Freundschaft, die nicht nur auf dem Rad, sondern auch im Leben einen festen Platz hat.