Absturz der c-130 im dschungel: 125 kolumbianer an bord, die zahl der toten steht noch aus

Ein Hercules C-130 der kolumbianischen Luftwaffe ist am Montag, 23. März 2026, wenige Sekunden nach dem Start über Putumayo in den Tieflanddschungel gestürzt. 125 Mitglieder der Streitkräfte saßen im Rumpf, als das viermotorige Arbeitstier die 20 m hohen Bäume durchriss und in Flammen aufging. Rettungsteams zählen bisher 48 Verletzte, doch niemand wagt eine Prognose über die Toten – weder Verteidigungsminister Pedro Sanchez noch die Luftwaffenspitze.

Die maschine hob um 07:14 ortszeit ab und war nach 42 sekunden schon wieder verschwunden

Der Flugplan war Routine: Truppenrotation vom Grenzstützpunkt Puerto Leguízamo zur Basis in Villavicencio. Das Rollfeld liegt am Rand des Amazonasbeckens, wo die Andenkette in peruanisches Gebiet übergeht. Wer dort startet, fliegt über undurchdringlichen Urwald; Notlandefelder gibt es bis zur nächsten Provinzhauptstadt nicht. Um 07:16 meldete der Pilot letztes Funksignal, dann brach der Kontakt ab. Augenzeugen berichten von zwei Explosionen, bevor ein schwarzer Pilz aus dem Blätterdach stieg.

Verteidigungsminister Sanchez twitterte innerhalb von 20 Minuten: „Alle Protokolle laufen, doch spekulieren hilft niemandem.“ Er wies darauf hin, dass die Bergung wegen schwer zugänglicher Sumpfböden erst am späten Vormittag beginnen konnte. Spezialkräfte der Armee rückten mit Amphibienfahrzeugen an, während ein Bell-412-Hubschrauber Verletzte aus der Katastrophenzone holte. Die 48 Geretteten liegen in stabilen Zelthospitälern von Puerto Leguízamo; schwere Verbrennungen und Wirbelsäulenfrakturen dominieren die Liste.

Vorläufige untersuchung konzentriert sich auf überlast und wartungsrückstand

Vorläufige untersuchung konzentriert sich auf überlast und wartungsrückstand

Die kolumbianische Luftwaffe betreibt 17 C-130 Hercules, viele stammen aus den 1980er-Jahren. Die abgestürzte Karre trug die Seriennummer FAC-1014 und stand laut internen Papieren erst seit Januar wieder auf der Matte – nach einem Jahr in der Wartungshalle. Techniker berichteten Kollegen, dass bei der Generalüberholung „Korrosion an den Flügelwurzeln“ entdeckt worden sei. Ob die Arbeiten abgeschlossen waren, bleibt offen. Auch das Startgewicht steht zur Debatte: 125 Passagiere plus Gepäck und Ausrüstung bringt die Maschine an die Grenze von 21 Tonnen, bei tropischer Hitze und 800 m Startbahn.

Die Armee hat schon einmal mit ähnlichem Szenario Bekanntschaft gemacht: 2015 verlor eine C-130 bei Cereté 17 Menschenleben, nachdem ein Triebwerk in Regen aufflammte. Sicherheitsanalysten sprechen von einem „Muster, das nicht ins Leere zeigt“. Doch Sanchez betonte: „Erst die Blackbox, dann die Schuldfrage.“ Die Datenaufzeichner wurden laut Fluglotsenzentrale bereits geborgen.

Für die Familien beginnt nun die qualvolle Phase des Wartens. Das Verteidigungsministerium richtete eine Hotline ein, doch die Leitungen überlasten sich binnen Minuten. In Bogotá kündigte Präsident Gustavo Petro eine landesweite Gedenkminute für Mittwoch an. Die Fußballliga unterbricht am Wochenende alle Spiele, auch der Radklassiker Clásico RCN wurde um eine Woche verschoben – ein seltenes Zeichen kollektiver Trauer in einem Land, das sich an Krisen gewöhnt hat.

Die Zahl der Toten könnte die 100 knacken. Noch steht das Land unter Schock, doch schon morgen wird in den Kasernen über Flottenmodernisierung debattiert werden. Der Hercules galt als Symbol der kolumbianischen Luftbrücke – nun ist er zum Mahnmal eines Tages geworden, an dem der Dschungel mehr zurücknahm, als er je gegeben hatte.