Abstiegskampf statt titeljagd: mönch wechselt aus privaten gründen zum hcob
Louis Mönch, aktuell mit 167 Treffern bester Torschütze der österreichischen Handball-Bundesliga, wird Bregenz Handball verlassen – und künftig beim Tabellenletzten der 2. deutschen Bundesliga auflaufen. Der Wechsel zum HC Oppenweiler/Backnang ist beschlossene Sache, das bestätigten beide Clubs am Donnerstag.
Der liga-topscorer zieht es in die deutsche zweitklassigkeit
Mönch selbst spricht von „privaten und persönlichen Themen“, die hinter dem Schritt stecken. Sportliche Motive? Fehlanzeige. Der 26-Jährige hatte in Bregenz seine beste Saison, dominierte die Liga mit Tempogegenstößen und siebenmeterstarkem Linksaußenwurf. Dennoch: „Diese Entscheidung fällt mir unglaublich schwer“, sagt er in der Mitteilung.
Für Oppenweiler/Backnang ist der Transfer ein Coup, der fast schon an ein Wunder grenzt. Die Mannschaft von Trainer Robert Funk droht nach 21 Spieltagen mit nur zwölf Zählern abzusteigen. Mit Mönch bekommt der HCOB einen Profi, der in 19 Partien schon 92 Mal ins schwarze Brett traf – und das in einer stärkeren Liga. Die Frage ist nur: Reicht das, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen?
Bregenz-Manager Thomas Wieser zeigt Verständnis: „Wir hätten ihn sportlich und menschlich gern behalten, aber es gibt Momente, da zählt eben mehr als Handball.“ Der Verein verzichtet auf eine Ablöse, die österreichische Lizenz läuft ohnehin aus. Mönch unterschreibt in Backnang bis 2026, mit Option auf ein weiteres Jahr. Gehaltsdetails wurden nicht genannt.

Die neue heimat bietet nur abstiegskampf statt meisterrennen
Für Mönch beginnt ein hartes Kapitel. Statt Europapokal und Titelfavorit wird er sich mit Aufbäumen, Niederlagen und der Angst vor der Regionalliga beschäftigen müssen. Die Fans in Oppenweiler hoffen, dass der Nationalspieler den nötigen Biss mitbringt – und vielleicht sogar den ein oder anderen Sieg. Denn bislang sieht die Bilanz düster aus: Nur ein Erfolg in den letzten neun Spielen, das nächste Duell am Sonntag in Rimpar.
Der HCOB hat mit dem Zugang Mönch zumindest schon mal ein Signal gesetzt. Ob es reicht, wird sich in den verbleibenden neun Spielen zeigen. Der Abstand zum rettenden Ufer: vier Punkte. Die Zeit läuft.
