48 Teams, sechs tickets, ein finale: die letzten wm-träume stehen auf dem spiel

Die größte Fußball-Show der Geschichte steht kurz vor dem letzten Akt der Qualifikation. In drei Monaten rollt der Ball in den USA, Mexiko und Kanada – doch erst müssen noch sechs Nationen den Sprung in das 48-er-Turnier schaffen. Die Entscheidung fällt jetzt, in diesem FIFA-Fenster.

Italia ringt mit dem schatten von katar

Kein Team polarisiert so sehr wie die Azzurri. Die Squadra steht vor dem zweiten Play-off-Finalspiel in Folge, erneut mit dem Damoklesschwert der verpassten WM 2018 und 2022 über ihren Köpfen. Gegen Nordirland in Bergamo geht es erst einmal um nichts weniger als die Ansage: Wir sind noch immer Italien. Gewinnen sie, warten Wales oder Bosnien im Endspiel – auswärts, natürlich. Die Quoten sprechen für Luciano Spallettis Mannschaft, doch die Zahlen kennen keine Knie, die bei der Hymne zittern.

Die türkische Millî Takim und Dänemarks Drenge haben ebenfalls das Heimrecht in der ersten Runde, doch ein Sieg gegen Rumänien bzw. Nordmazedonien garantiert keine Party auf eigenem Rasen. Türkei müsste in Eslovenien oder Kosovo antreten, Dänemark nach Prag oder Dublin – ein zweiter Auswärtstermin, der die Statistik wieder auf Null stellt.

Ukraine und schweden: die nebenbühne wird zur hauptattraktion

Ukraine und schweden: die nebenbühne wird zur hauptattraktion

Während die großen Namen um die letzten Plätze zittern, könnte sich die Brisanz in der zweiten europäischen Play-off-Route in ein Fußball-Drama verwandeln. Die Ukraine trifft auf Schweden – ein Duell, das weit über Sport hinausweist. Polen gegen Albanien wirkt auf dem Papier machbar, doch die Schweden haben die stärksten Einzelspieler. Das Problem: Sie sind nur deshalb überhaupt noch dabei, weil ihre Nations-League-Platzierung sie rettete. Eine miserable Quali steckt ihnen im Nacken.

Die Ausloseung verpasst ihnen im Falle eines Finals Heimrecht. Schweden würde also vor heimischer Kulisse um das Ticket kämpfen – ein Vorteil, der mental mehr wert ist als jede Statistik.

Kongo und irak: die wild cards des globalen play-offs

Kongo und irak: die wild cards des globalen play-offs

Jenseits der europäischen Hochburgen entscheidet sich das Schicksal zweier weiterer Tickets im interkontinentalen Vergleich. Die DR Kongo hat sich dank ihrer FIFA-Ranglistenposition direkt für das Finale qualifiziert und trifft nun auf den Sieger aus Neukaledonien oder Jamaika – ein K.o.-Duell, das Geografie und Fußball vermischt wie kaum ein anderes.

Noch exotischer wird es bei Irak. Die Löwe von Mesopotamien warten auf Bolivien oder Surinam. Die asiatische Defensivkraft gegen südamerikanische Technik – ein Schaukampf, der zumindest in den Buchmachern schon jetzt für hitzige Quoten sorgt.

Die sechs letzten Plätze sind kein Nachspiel, sondern der Prolog eines Turniers, das mit 48 Teams neu erfunden wird. Drei Monate vor dem ersten Abstoß steht fest: Wer jetzt stolpert, verschwindet für Jahre von der Bildfläche. Wer durchstößt, darf sich Teil einer Epoche nennen – egal, wie laut die eigenen Knie knarren.