3. Liga: rechtevergabe verzögert sich – sky-übernahme wirbelt transfer um

Die Vergabe der Fernsehrechte für die 3. Liga hat sich erneut verzögert. Was als Mai-Termin für die Ausschreibung durch den DFB geplant war, verschiebt sich nun auf den April, die eigentliche Vergabe soll im September erfolgen. Ein Deal, der die gesamte Branche aufmischt und vor allem die potenziellen Bewerber in Atem hält.

Unsicherheit durch rtl-sky-deal

Der Grund für die Verzögerung liegt in der noch ausstehenden Übernahme von Sky durch RTL. Die RTL-Group benötigt die Genehmigung aller Behörden bis Ende des zweiten Quartals, um überhaupt in der Lage zu sein, ein Angebot abzugeben. Das ist ein entscheidender Faktor, denn sowohl Sky als auch RTL+ gelten als ernstzunehmende Interessenten an den Rechtepaketen der 3. Liga. Die Causa RTL-Sky wirft einen langen Schatten auf die Verhandlungen.

Telekom und ARD bleiben im Rennen Trotz der Unsicherheiten sind weiterhin die Telekom mit MagentaSport und die ARD mit ihren Dritten Programmen die wahrscheinlichsten Hauptbewerber. Die Telekom hält aktuell die Rechte für alle 380 Spiele pro Saison und verleast einen Teil davon an die ARD, die so 68 Partien jährlich ausstrahlen darf. Die Einnahmen des DFB aus den TV-Geldern belaufen sich auf 26,2 Millionen Euro – eine Summe, die für viele Vereine der 3. Liga eine wichtige finanzielle Stütze darstellt.

Drei szenarien für die rechtepakete

Drei szenarien für die rechtepakete

Für die neue Ausschreibung, die erneut über vier Jahre laufen soll, plant der DFB verschiedene Modelle. Ein Szenario sieht ein Pay-Paket mit allen 380 Spielen vor, parallel dazu sollen 38 Spiele für das Free-TV ausgeschrieben werden. Alternativ könnte es ein Free-TV-Paket mit 68 Spielen und ein Pay-Paket mit 380 Spielen geben, wobei 312 Spiele exklusiv im Bezahlfernsehen laufen würden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zwei Pay-Pakete zu schaffen (228 und 152 Spiele), um auch DAZN, Sky oder RTL+ anzusprechen. In jedem Fall müssen 38 Partien frei empfangbar ausgestrahlt werden.

Parallel zu den Verhandlungen um die 3. Liga sollte eigentlich auch die Ausschreibung für die TV-Rechte der Frauen-Bundesliga erfolgen. Doch die Neugründung des Ligaverbandes FBL e. V. hat diesen Prozess ebenfalls ins Stocken gebracht. Die FBL verfügt derzeit noch nicht über eine eigene Abteilung für die Medienrechte-Vermarktung, was die Situation zusätzlich verkompliziert.

Die Verzögerung bei der Rechtevergabe wirft Fragen auf, wie sich dies auf die finanzielle Stabilität der 3. Liga auswirken wird. Fest steht: Der DFB muss schnellstmöglich eine Lösung finden, um den Vereinen Planungssicherheit zu geben und die Attraktivität der Liga für die Fans zu gewährleisten. Die Zeit drängt, und die Spannung steigt.