3. Liga-rechte: dfb verschiebt vergabe – sky-übernahme blockiert?

Die Vergabe der Fernsehrechte für die 3. Liga hat sich verzögert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte eigentlich für Mai eine Ausschreibung geplant, doch nun, aufgrund der komplizierten Lage rund um die mögliche Sky-Übernahme durch RTL, wird der Prozess nach hinten verschoben. Ein Deal, der die Zukunft des deutschen Fußball-Unterhaus maßgeblich beeinflussen könnte.

Warten auf grünes licht von rtl

Die ursprüngliche Absicht des DFB war klar: Ab der Saison 2027/28 sollen die Rechte neu vergeben werden. Doch die Verhandlungen zwischen Sky und RTL+ gestalten sich zäh. Die RTL-Group benötigt die Genehmigung der Kartellbehörden, bevor die Übernahme abgeschlossen werden kann – ein Prozess, der sich bis Ende des zweiten Quartals hinziehen könnte.

Das Problem: RTL muss genau wissen, wie es in den Markt eintreten kann. Nur dann kann ein sinnvolles Angebot für die 3. Liga abgegeben werden. Die Unsicherheit um die künftige Eigentümerstruktur von Sky beeinflusst die gesamte Vergabe.

Telekom und ard bleiben im rennen

Telekom und ard bleiben im rennen

Trotz der Verzögerung sind die üblichen Verdächtigen weiterhin im Rennen um die Rechte. Die Telekom, die aktuell alle 380 Spiele pro Saison überträgt und dafür rund fünf Millionen Euro pro Spielzeit an die ARD weiterverkaufte, wird zweifellos wieder eine wichtige Rolle spielen. Auch die ARD mit ihren Dritten Programmen, die 68 Partien jährlich zeigen, dürfte Interesse bekunden. Die Telekom generiert mit MagentaSport erhebliche Einnahmen.

Drei szenarien für die rechte-pakete

Für die neue Ausschreibung, die erneut auf vier Jahre angelegt sein soll, plant der DFB verschiedene Modelle. Es gibt ein Pay-Paket mit allen 380 Spielen, parallel werden aber auch 38 Spiele für das Free-TV ausgeschrieben. Alternativ könnte ein Free-TV-Paket mit 68 Spielen und ein Pay-Paket mit 380 Spielen angeboten werden, wobei 312 Partien exklusiv im Bezahlfernsehen laufen würden. Eine dritte Möglichkeit sieht ein großes Paket (228 Spiele) und ein kleineres (152 Spiele) vor, was potenziell zwei Abo-Plattformen ermöglichen würde, wobei 38 Spiele frei empfangbar sein müssen. Ziel ist es, dem Pay-TV-Markt ein attraktives Angebot zu machen und DAZN, Sky oder eben RTL+ anzusprechen. Der DFB kassiert aktuell 26,2 Millionen Euro TV-Geld aus der 3. Liga.

Frauen-bundesliga: ausschreibung ebenfalls blockiert

Die Verkomplizierung zeigt sich auch bei der Frauen-Bundesliga. Parallel zur 3. Liga sollte eigentlich auch hier eine Ausschreibung für die TV-Rechte erfolgen. Doch die kürzliche Gründung des Frauen-Bundesliga FBL e. V. als Ligaverband außerhalb des DFB hat diesen Prozess ebenfalls ins Stocken gebracht. Es fehlt noch an einer eigenen Abteilung für die Medienrechte-Vermarktung.

Die Verzögerung bei der 3. Liga-Rechtevergabe und die Probleme bei der Frauen-Bundesliga zeigen deutlich: Der DFB hat derzeit mit einigen Herausforderungen zu kämpfen, wenn es um die Vermarktung seiner Rechte geht. Die Fans können sich also noch auf einige spannende Entwicklungen einstellen. Die Vergabe wird nun im April angekündigt und im September durchgeführt.