26 Klubs jagen den profi-traum: kriens sprintet voran, schaffhausen nur noch formalie

Die Schweiz rüstet sich für den nächsten Schub semiprofessioneller Fußball-Klubs. 26 Lizenzgesuche liegen der Swiss Football League vor – vier davon kommen aus der dritthöchsten Spielklasse und träumen laut von der Challenge League. An der Spitze des Promotion-League-Zugs: der SC Kriens. Die Innerschweizer führen die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf den SC Brühl an, haben zudem eine Partie mehr auf dem Konto. Der Aufstieg ist für sie mehr als ein Wunsch: Er ist ein Plan.

Warum der 20. april schaffhausen kalte füße bereiten dürfte

Warum der 20. april schaffhausen kalte füße bereiten dürfte

Der FC Schaffhausen hat ebenfalls ein Dossier abgeliefert – aus Verwaltungszwang. Als Tabellenneunter 23 Punkte hinter Kriens, ist der ehemalige Super-League-Klub längst zu einer Fußnote im Titelrennen verkommen. Sein Antrag: reine Formsache. Dahingegen könnte beim FC Biel-Bienne ausgerechnet der Lizenzierungsprozess der entscheidende Gegner werden. Zwölf Punkte Rückstand auf Kriens, dazu ein Kader, der sich in der Breite zuletzt kaum verstärken konnte – für die Uhrenstädter wird die Bewilligung zur Saison 2026/27 zum Alles-oder-nichts-Moment.

Die SFL hat den Eingang aller Unterlagen bestätigt, womit der Countdown läuft. Rekurse sind erlaubt, die zweite Instanz folgt spätestens am 13. Mai. Wer dann keine Lizenz hat, fliegt aus dem Rennen – egal, wie viele Tore man sonst geschossen hat.

Für die 22 etablierten Profis aus Super League und Challenge League ist der Vorgang Routine. Für die vier Aufsteiger-Kandidaten ist er die größte Bewährungsprobe ihrer Klubgeschichte. Denn wer in die Challenge League will, muss nicht nur punkten, sondern auch überzeugende Zukunftspläne liefern: Stadionkonzepte, Nachhaltigkeitsberichte, Nachwuchsstrukturen, Liquiditätsnachweise. Die Akten stapeln sich in der SFL-Zentrale, die Prüfer haben bereits begonnen, jede Zeile zu hinterfragen.

Der SC Kriens setzt dabei auf eine Mischung aus Tradition und Modernität: Ein neues Trainingszentrum am Tribschen, ein Kooperationsvertrag mit der regionalen Wirtschaft und ein Fan-Engagement-Konzept, das in der Promotion League Maßstäbe setzt. Die Konkurrenz schaut neidisch. Brühl, Biel und auch Schaffhausen wissen: Verpasst man den Aufstieg in dieser Saison, wird es im nächsten Jahr nicht leichter. Die Lizenzrichtlinien verschärfen sich schrittweise, die Anforderungen an Infrastruktur und Finanzkraft wachsen.

Am 20. April fallen die ersten Entscheidungen. Wer dann grünes Licht bekommt, darf weiter vom Profifußball träumen. Wer abgelehnt wird, muss umdisponieren – oder sich mit der Realität abfinden, dass der Traum erst einmal nur ein Antrag war.