23 Rote karten nach finale-krawall: hulk und bvb-prates im minenfeld von belo horizonte

Belo Horizonte bebt. Im Endspiel der Campeonato Mineiro eskaliert eine Rudelbildung zum größten Massenausschluss der brasilianischen Profihistorie – 23 Platzverweise nach Abpfiff, darunter Hulk und Kauã Prates, der 17-jährige BVB-Neuzugang, der seinen neuen Klub mit einem Lehrstück aus Dampf und Tränengas begrüßt.

Der funke: christians spätes bein, éversons rache

Minute 90+5, Cruzeiro führt 1:0. Christian jagt einen Abpraller, kommt zu spät, rutscht mit Stollen voran und rammt Atlético-Keeper Éverson. Der springt auf, wirft den Stürmer zu Boden, kniet sich auf sein Brustbein – und zündet das Pulverfass. Cruzeiro-Spieler stürzen herbei, schubsen Éverson gegen den Pfosten. Was folgt, ist kein Handgemenge mehr, sondern ein Gefecht mit Tritten über 100 Meter Länge, bis die Militärpolizei mit gezogenen Schlagstöcken auf den Rasen stürmt.

Schiedsrichter Matheus Delgado Candancan zückt keine einzige Rote Karte während der Schlägerei. Er stellt sich zwischen die Krieger, wird weggestoßen, flüchtet sich hinter zwei Polizisten. „Ich habe ihm schon in der zehnten Minute gesagt: ‚Wenn du keine Härte zeigst, explodiert das hier‘“, sagt Hulk später. „Er hatte Angst, das Finale zu pfeifen.“

Die bilanz: 23 sperren, ein titel, ein sommertransfer im zwielicht

Die bilanz: 23 sperren, ein titel, ein sommertransfer im zwielicht

Erst nach dem Abpfiff schlägt die Disziplinarkanone: 23 Rote Karten, 11 pro Team plus Ergänzungskräfte. Hulk kassiert die Sanktion für einen Schlag auf den Hinterkopf von Lucas Romero. Kauã Prates, der sich Atlético-Neuzugang nennt, obwohl er schon für Dortmund unterschrieben hat, fliegt wegen Trittfolgen mit. Die 12-Millionen-Euro-Ablöse wirkt plötzlich wie ein Schnäppchen – gekauft mit Knast-Charakter.

Cruzeiro behält den Pokal, Atlético behält die Schrammen. Die Ligaleitung leitet ein Ermittlungsverfahren gegen beide Klubs wegen „fehlender Sicherheitskonzepte“ ein. Für die Bundesliga beginnt ein Countdown: Wenn Prates in Dortmund ankommt, wird er ein Reisegepäck voller Verbannung mitbringen – und die Geschichte vom Finale, das kein Schiedsrichter mehr beenden wollte.