Krieg blockiert iraks traum vom wm-comeback: playoff droht ausfall

Die Luftraumsperre über Bagdad wirbelt den interkontinentalen WM-Playoff-Plan durcheinander. Der irakische Verband hat die FIFA offiziell um Verlegung des Endspiels am 31. März in Monterrey gebeten – Grund: Die Hälfte des Kaders sitzt in der Hauptstadt fest, Reisepässe bleiben in geschlossenen Botschaften stecken.

Trainer Graham Arnold schaltetesich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten per Videobotschaft ein: „Für Irak wäre es das größte Spiel seit vierzig Jahren, aber ich werde meine Spieler nicht auf eine 25-stündige Autofahrt in die Türkei schicken, solange Raketen über der Region fliegen.“ Die FIFA hatte genau diesen Umweg vorgeschlagen; der Verband lehnte ab.

Die deadline rückt näher – und die lösung bleibt offen

Die deadline rückt näher – und die lösung bleibt offen

Die Uhr tickt. In sieben Tagen trifft der Sieger der Partie Bolivien/Suriname auf den asiatischen Vertreter. Ohne Eingreifen der FIFA droht ein kampfloser Walkover. Die Konsequenz: ein freier WM-Platz, der neu verteilt wird – und ein Irak, das womöglich die erste Endrundenteilnahme seit 1986 wieder verpasst.

Insideer aus dem asiatischen Verband bestätigen, dass die AFC die Sachlage „vollumfänglich“ dokumentiert hat, Entscheidung offen. Die mexikanischen Organisatoren in Monterrey halten indes alle Stadien- und Sicherheitskräfte in Bereitschaft, für den Fall, dass das Spiel doch stattfindet. Kosten für Umbuchungen und Logistik: rund 1,2 Millionen US-Dollar – eine Rechnung, die am Ende die FIFA tragen dürfte.

Iraks Fans haben in sozialen Netzwerken binnen zwölf Stunden über 120 000 Posts mit dem Hashtag „#LetUsPlay“ versendet. Die Bilder von jubelnden Anhängern mit der grün-weiße Flagge auf den Straßen von Bagdad gehen viral – ein Appell, der die FIFA unter Druck setzt, aber auch die moralische Frage aufwirft: Dürfen geopolitische Krisen Sport und Diplomatie kollidieren lassen?

Bislang gab es nur fünf kampflose WM-Playoffs in der Geschichte, zuletzt 1964. Sollte Irak ausfallen, wäre es der sechste Fall – und wohl der emotionalste. Die FIFA muss bis spätestens Freitag entscheiden, um Alternativtermine und Ersatzstätten prüfen zu können. Eine Verlegung in ein neutrales Land wie Katar oder die Türkei ist denkbar, setzt aber Visa und Sicherheitsgarantien voraus, die derzeit niemand erteilen kann.

Für Arnold bleibt die Lage klar: „Wir sind bereit, aber nur unter Bedingungen, die Menschenleben nicht gefährden.“ Die nächsten 72 Stunden entscheiden, ob Iraks Traum von der WM 2026 Realität wird – oder erneut in den Kriegswolken über Bagdad zerrinnt.