Xavi zerreißt barça-führung: „unehrliche menschen“ und ein präsident, der sich wehrt
Xavi hat den FC Barcelona mit einem Wortschwall attackiert, der bis in die Kabine von Hansi Flick vordringt. Der Klub, sagt er, habe ihn „hinterrücks“ fallen lassen, während man schon mit seinem Nachfolger telefonierte. Fast zwei Jahre nach seiner Entlassung bricht der Mittelfeld-Ideologe sein Schweigen – und trifft mitten ins Herz der Camp-Nou-Bosse.

Laporta kontert: „mit xavi hätten wir weiter verloren“
Die Chronologie ist brisant. Sommer 2023: Xavi will den Vertrag bis 2025 erfüllen, doch die Geschäftsführung um Joan Laporta signalisiert Richtungswechsel. Erst heimlich, dann offen. Xavi erinnert sich: „Sie haben bereits entschieden, mich rauszuschmeißen, aber keiner sagte es mir ins Gesicht.“ Stattdessen liefen erste Gespräche mit Hansi Flick, der damals noch Bundestrainer war. Flick habe sich später persönlich entschuldigt – „er kam zu mir nach Hause“ –, weil ihm intern verboten worden sei, Xavi zu informieren. Seitdem schreiben sich die beiden Trainer, beteuert Xavi, „ständig“.
Doch die eigentliche Bombe zündet er bei der Rückkehr von Lionel Messi. Laut Xavi war der Deal mit dem Argentinier bereits besiegelt, ehe Laporta einschritt: „Er sagte mir wortwörtlich, er würde Leo den Krieg erklären, sollte er wiederkommen.“ Messi nahm daraufhin nicht mehr ab. Der Traum von der legendären Heimkehr war in einer Nacht zerschellt.
Die Antwort des Präsidenten folgt am Tag darauf in der Marca. Laporta wirft Xavi vor, sich instrumentalisieren zu lassen – von Victor Font, seinem Gegner bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen. „Die Zahlen sprechen für mich“, so Laporta. „Mit denselben Spielern, mit denen Xavi verloren hat, gewinnt Flick Meisterschaft und Pokal.“ barça führt die Liga vier Punkte vor Real Madrid an, nach 27 Spieltagen.
Die Anzahl der Champions-League-Ausscheidungen unter Xavi? Zwei Vorrunden-Debakel in Folge. Die Quote der Titel unter Flick? 100 % innerhalb eines halben Jahres. Laporta spielt das Erfolgs-Bingo aus, während Xavi das Moral-Kartenschieben eröffnet. „Unehrliche Menschen“, ruft der frühere Spielmacher, „kann sich der Klub nicht leisten“.
Doch hinter den Kulissen brodelt es weiter. Spieler, die Xavi noch unterstützten, blicken nun auf Flicks Trainingsboards, in denen Lamine Yamal mit 17 Jahren den Turn-around markiert. Die Jugendabteilung liefert, die Kasse soll sich füllen – und das alles ohne das Drama, das Xavi beschreibt. Ob es sich um Rache oder Aufrichtigkeit handelt, bleibt offen. Fakt ist: Wer die Geschichten der vergangenen Tage hört, spürt, wie tief der Riss in der Masia-Seele tatsächlich ist.
Am Ende zählt nur die Tabelle – und die spricht klar für den Deutschen. Während Xavi die Spreu von der Weizen trennen will, erntet Flick bereits Ernte. Barças Zukunft steht auf dem Rasen, nicht im Präsidium. Und wenn am 15. Mai die Wahlurnen stehen, wissen die Mitglieder: Entweder sie wählen Kontinuität mit Laporta oder das Risiko, das Xavi und Font inszenieren. Die Bälle rollen weiter, doch die Wunden sind frisch – und sie bluten laut.
