2,21-Meter-gigant mara spult march-madness-show ab – nba-scouts rasieren sich schon
Indianapolis – Aday Mara hat die Basketball-Welt kurz mal angehoben und wieder runtergeklatscht. 26 Punkte, neun Rebounds, drei Assists, zwei Blocks. Die Statistik wirkt wie ein Twitter-Meme, aber sie steht in den offiziellen NCAA-Protokollen. Spanien lacht, Michigan tanzt, die NBA stopft die Notizbücher.
Mara ist 21 Jahre alt – wird es exakt an diesem Dienstag. Dann könnte er die Netze von Lucas Oil Stadium durchschneiden, falls Michigan UConn in der College-Finals besiegt (2.50 Uhr MESZ). Ein Sieg wäre das perfekte Geburtstagsgeschenk – und der letzte Aufmacher für jeden Draft-Board.

Warum der center plötzlich lotterie-material ist
Die Scouts reden nicht mehr über seinen Körper, sondern über seine Entscheidungen. Mara liest Pick-and-Rolls wie Kurt Vonnegut, versenkt Passes, die eigentlich nur er selbst sieht. In der Big-Ten-Turnier-Saison kletterte seine Block-Quote auf 2,6 pro Spiel – Rekord an der University of Michigan. Die Franchise-Vertreter mischen ihre Ranglisten neu. Tankathon listet ihn auf Platz 22, ESPN war skeptischer (24), doch nach dem Halbfinale notiert nbadraftroom.com den Spanier schon auf Position 13. Die Spanne ist klein, die Tendenz steil.
Die regular-season-Basiszahlen klingen bescheidener: 12,2 Punkte, 6,8 Rebounds, 2,5 Assists. Doch im March-Madness-Feber zündete er Turbo: 16,0 Punkte, 6,0 Rebounds, 3,6 Assists – und das bei nur 25 Minuten Einsatzzeit, weil Trainer Dusty May ihm Atempausen gönnt, damit die Beine für die Schlussphase frisch bleiben.
Michigan-Coach May wirft den Spruch hin: „Er kann Top-10, wenn er will.“ Klischee? Vielleicht. Aber die Liga hungert nach großen Spielern, die nicht nur groß sind. Mara trifft 56,4 % an der Freiwurflinie – kein Schönheitswert –, doch seine Mechanik ist sauber, und die 3/10 Dreier in der Saison zeigen: Der Wurf lässt sich schulen. Die NBA liebt Projekte, die sich in zwei Jahren zu Two-Way-Monstern wandeln.
Nur ein Haken blockiert den Weg: Er muss offiziell für den Draft erklären. Die Deadline ist ein formschluckender Bär, doch sein Berater winkt seit Wochen durch die VIP-Türen der Agenturen. Wer March-Madness dominiert, darf sich die Lizenz zum Träumen ausstellen.
Ein letztes Spiel steht an. Die Scouts sitzen in Reihe eins, Smartphones in der Hand, bereit, Clips an die Front-Offices zu schicken. Mara selbst schaut nicht auf die Tribüne. Er starrt auf den Korb, den er vielleicht schon in der Nacht absägt. Danach wird er nicht mehr lange Student sein – sondern Millionär. Die Netze in Indianapolis halten sich warm. Sie wissen, dass ein Riese sie bald zerschneidet.
