20-Jährige spanierin rast in top-10 der wnba-draft – sagt nein zum sofort-comeback

Die Nacht war noch jung, als Iyana Martín den Raum betrat – und trotzdem schon Geschichte schrieb. Als Nummer sieben zogen die Portland Fire die 20-jährige Spielmacherin aus Oviedo, spanische Meisterin mit Perfumerías Avenida, in den Draft. Keine europäische Guard war jemals so früh dran. Keine Spanierin zuvor überhaupt so hoch.

Warum sie trotzdem in salamanca bleibt

Die GM der Expansion-Franchise, Vanja Cernivec, telefonierte Minuten nach dem Pick mit ihrem neuen Juwel. Antwort: „Danke, aber ich brauche diesen Sommer Luft.“ Keine Show in New York, keine Sofort-Pressekonferenz – Martín blieb in der Ciudad Rodrigo-Halle, wo ihr Team gerade die Finalserie vorbereitet. Cernivec respektiert: „Wir haben Luka Dončić gesehen, der mit 16 gegen Männer dominierte. Iyana macht dasselbe in der Liga Feminina. MVP-Kandidatin mit 1,70 m Körpergröße. Sie trägt ganze Angriffe, nicht bloß Spiele.“

Die Zahlen sprechen: 14,8 Punkte, 6,9 Assists, 2,1 Steals pro Partie – und ein Usage-Rating, das selbst NBA-Scouts aufhorchen lässt. Dennoch bleibt sie. Vertrag bis 2025, olympischer Sommer mit Spanien, dann erst der große Sprung. Portland wartet, weil es kann.

Ein draft voller iberer – nur ohne die hauptdarstellerin

Ein draft voller iberer – nur ohne die hauptdarstellerin

Marta Suárraz flog ein, wurde an Golden State weitergetradet. Awa Fam landete als Nummer drei bei Seattle. Beide posierten vor Blinklichtern, Martín blieb der einzige Top-15-Absentee. Elisa Aguilar, Präsidentin der FEB, verfolgte trotzdem bis 4:30 Uhr MESZ: „Morgens werden Mädchen aufstehen und sich ein Bild von ihnen an die Wand hängen. Das ist kein Hype, das ist Realität.“

Realität heißt auch: Portland besitzt die Rechte, aber keine Garantie. Die Fire starten 2025 ohne ihre Europa-Queen – und wissen, dass sie sie brauchen werden, wenn die Playoffs näher rücken. Martín? Trainiert gerade Dreier auf leeren Courts, summt dabei Reggaeton und schickt ihrer Mutter eine Sprachnachricht: „No pasa nada, mamá. El tiempo juega a mi favor.“

Die Uhr tickt. Die Liga wartet. Und die Nummer sieben wartet ab – bis sie bereit ist, nicht umgekehrt.