15 Jahre freundschaft, ein zögerliches 'vielleicht' – jetzt liegen sie in den startlöchern
Norwegens Ski-Szene bekommt ein Dream-Team zum Anfassen: Thea Louise Stjernesund und Timon Haugan sind seit November ein Paar – und damit das, was man im Weltcup sonst nur vom österreichischen Doppel Bob kennt: zwei Spitzenathleten, ein gemeinsames Ziel.
15 Jahre vergingen, bis aus Klassenkameraten im Sportgymnasium Liebende wurden. „Wir haben dieselben Tische benutzt, dieselben Pisten geqält, dieselben Mütter, die sich an Schultagen die Bänke teilten“, sagt Stjernesund im Interview mit dem NRK. Die Chemie war damals schon gut – nur eben platonisch.

2021 Knallte es, aber sie zögerte
Haugan wagte vor drei Jahren den Vorstoß. „Ich war baff“, erinnert sich Stjernesund. „Mein Kopf sagte: Schlechter Zeitpunkt. Mein Herz flüsterte: Frag in vier Jahren noch mal.“ Die Deadline verstreiche offenbar gestern. Seit dem vergangenen Herbst teilen die beiden nicht mehr nur Wachs und Kantenwinkel, sondern auch Wohnung und Trainingspläne.
Die Eltern jubelten lautlos. „Als meine Mutter es erfuhr, hat sie still die Küchenbürste hochgehalten – so als wolle sie ein Tor feiern“, scherzt Haugan. Die Mütter telefonieren seitdem täglich, die Väter tauschen sich über Wetter-Apps aus. Ein Clan, kein Couple.
Die sportliche Bilanz liest sich schon jetzt wie ein Lehrbuch für Synergie: Olympia-Bronze 2022 im Team-Event, WM-Silber 2023 – beide Male nebeneinander, aber noch nicht als Paar. Die Silbermedaille von Stjernesund im Riesenslalom von Cortina steht allein auf ihrem Schrank, doch mit Haugan als ersten Berater. „Er kennt meine Schwächen besser als jeder Service-Mann“, sagt sie.
Haugan selbst wartet auf seine Einzelkrönung. Die nächste Chance: Weltcupfinale in Saalbach. Dort will er nicht nur die Latte abschneiden, sondern auch beweisen, dass Liebe und Leistung keine Gegensätze sind. „Wir fahren getrennte Nummern, aber dieselbe Spur“, sagt er. „Und wenn einer stürzt, zieht der andere nach. So läuft das jetzt.“
Die Piste ist frei, die Uhr läuft. In 15 Jahren Freundschaft steckt viel Erfahrung – in einem Winter kann alles passieren.
