Kardin stürzt myhlback vom wasalauf-thron – vier sekunden entscheiden
Der Wasalauf hat seinen neuen König – und er heißt Oskar Kardin. Bei schwierigsten Bedingungen bezwang der Schwede am Sonntag die 90 Kilometer lange Klassikstrecke von Sälen nach Mora in 4:14:45 Stunden und ließ dabei niemand Geringeren als das einstige Wunderkind Alvar Myhlback hinter sich. Gerade mal vier Sekunden trennten am Ende den Vorjahressieger vom Sieg – ein Herzschlagfinale, das die 102. Auflage dieses Traditionsrennens in die Geschichtsbücher schreibt.
Das wunderkind wird zum verfolger
Vor einem Jahr war Myhlback mit 18 Jahren der jüngste Sieger in der Geschichte des Wasalaufs – ein Märchen, das ganz Schweden begeisterte. Diesmal blieb ihm nur Platz zwei. Die Bedingungen auf der Strecke waren brutal, die Siegerzeit um mehr als 45 Minuten langsamer als Myhlbacks Rekordfahrt aus dem Vorjahr. Das sagt alles über das, was die Läufer dort draußen durchmachen mussten. Kardin aber ließ sich davon nicht beirren. Er lief sein Rennen, kontrolliert und eisern, bis zum letzten Kilometer.
Fleten macht das doppel perfekt – nilsson enttäuscht
Bei den Frauen dominierte die Norwegerin Emilie Fleten nach Belieben. Rund anderthalb Minuten Vorsprung auf die Schwedin Hanna Lodin – das ist kein knappes Rennen, das ist eine Machtdemonstration. Für Fleten war es bereits der dritte Wasalauf-Triumph ihrer Karriere. Während sie jubelte, musste sich Sprint-Olympiasiegerin Stina Nilsson, die Vorjahressiegerin, mit dem fünften Platz begnügen. Der Rückfall der Schwedin ist bemerkenswert – und dürfte in Skandinavien für Gesprächsstoff sorgen.
14.300 Starter, einer aus deutschland vorn dabei
Der frühere Weltcup-Läufer Thomas Bing war bester Deutscher und landete auf Platz 47. Kein Podest, aber anständig in einem Feld von 14.300 Teilnehmern, darunter 237 aus Deutschland. Unter den Startern auch prominente Gesichter: Weitsprung-Europameister Michel Tornéus, Biathlon-Olympiasieger Peppe Femlung und Let's-Dance-Gewinner Filip Lamprecht gaben dem Rennen seinen typischen Volksfeststempel. Der Wasalauf ist eben mehr als ein Wettkampf – er ist ein Ritual. Und Kardin ist nun derjenige, der es für sich entschieden hat.
