1:1 In augsburg: frankfurt verschenkt nächste chance auf europa
Die Eintracht schafft es einfach nicht, den Sack zuzumachen. Beim 1:1 in Augsburg versiegt erneut der Torfluss, die Abwehr wirkt lethargisch, und die Konkurrenz aus Freiburg darf am Sonntag in Dortmund nachlegen. Es ist der dritte Pflichtspiel-Auswärtsremis in Serie – und genau das, was Trainer Dino Toppmöller in der heißen Phase nicht gebrauchen kann.
Rituale der unverbindlichkeit
Die Zahlen sind lauter als jedes Fan-Gefluche: Seit fünf Spielen wartet Frankfurt auf einen Dreier, seit drei Partien kassiert sie mindestens ein Gegentor. Gegen Augsburg wiederholte sich das bekannte Muster: Ballbesitzphase, dann ein Blackout. Anton Kade nutzte die 44. Minute, weil Tuta und Koch in der Zentralverteidigung wie gelähmt reagierten. Kurz vor der Pause kassiert, kurz nach der Pause wach – so läuft das mittlerweile Programm.
Die Antwort ließ 22 Minuten auf sich warten. Ritsu Doan traf per Innenpfosten, doch der Jubel wirkte abgekühlt. Zu tief steckte die Mannschaft noch im eigenen Frust. Die SGE dominierte anschließend die Zweikampfwerte, nicht aber die Räume vor dem Tor. Kalimuendo stand zweimal im Abseits, Uzun rutschte weg, und selbst der eingewechselte Ekitiké fand keinen Rhythmus. Es fehlte die letzte Konsequenz – wieder einmal.

Tabellenkonstruktion mit makel
Der Zähler reicht nur, um punktgleich mit Freiburg zu bleiben, nicht mehr. Die Breisgauer spielen erst am Sonntag, haben also die Möglichkeit, auf 56 Zähler zu springen und Frankfurt auf Rang acht zu verweisen. Die Conference-League-Position rutscht damit aus eigener Hand – ein Satz, den Toppmöller nach dem Schlusspfiff kaum mehr hören mag.
Augsburg hingegen kann sich mit dem Punkt nicht wirklich helfen. Theoretisch lebt der Traum vom internationalen Wettbewerb, praktisch fehlen fünf Punkte auf Platz sieben bei nur noch drei Spielen. Trainer Jess Thorup war nach dem Abpfiff sichtlich erleichtert, dass seine junge Truppe wenigstens nicht einbrach. Doch die Realität bleibt hart: Ohne Sieg gegen Bremen am kommenden Samstag ist die Saison endgültig gelaufen.

Was jetzt zählt
Frankfurt empfängt den Hamburger SV – ein Gegner, der sich mit dem Rücken zur Wand befindet. Die Rothosen kämpfen gegen den Abstieg, werden mit einem offenen Visier nach Hessen reisen. Die SGE muss gewinnen, will gewinnen, muss aber vor allem eine Frage beantworten: Wer trifft eigentlich noch? Hinter Kolo Muani fehlt eine Konstante, hinter Marmoush die Durchsetzur Zeit der Publikation noch nicht bekannt
Für die Eintracht steht nun das Heimspiel gegen den HSV an – ein Gegner, der ebenfalls noch etwas zu verlieren hat. Werden die Frankfurter auch dort wieder eine Halbzeit lang schlafen, droht der endgültige Rückfall auf Platz neun. Augsburg reist indes nach Bremen, wo ein Sieg die Europa-Hoffnung am Leben hielte. Doch das 1:1 gegen Frankfurt war letztlich zwei Punkte verschenkt, nicht einer gewonnen.
