100 Tage wm-knaller: tickets wie warme semmeln – wer zuletzt kommt, zahlt drauf
Der Countdown läuft. Am 11. Juni 2026 pfeift Schiedsrichterin Kate Jacewicz in Mexiko-Stadt den Auftakt zur 48er-WM. Wer jetzt noch dabei sein will, braucht Glück, Geduld oder einfach nur Nerven aus Stahl. Die letzte Ticket-Welle rollt Ende April – und sie rollt schnell.
Last-minute-phase wird zum sprint ums geldbörsel
Die Fifa nennt es „Last Minute Sale“, Kunden nennen es „Wer zuletzt kommt, mahlt zuerst“. Ab Ende April werden Restkarten in Echtzeit verscherbelt. Kein Los, kein Warten, nur noch Klicken und Bauchkratzen. Preislich? Das günstigste deutsche Gruppenspiel kostete 155 Euro, für Iran–Neuseeland geht’s bereits ab 60 Dollar über die Verbände. Aber: Nur wer beim Fifa-Los schon mitgemacht hat, darf überhaupt zuschlagen. Wer das verschlafen hat, landet beim Wiederverkauf – plus 15 % Gebühr oben drauf. Kurz: Die Uhr tickt lauter als der Kommentator.
Zeitzonen-Frust gehört mit dazu. Deutschland liegt sechs bis neun Stunden vor den Spielorten. Gute Nachricht: Die DFB-Elf spielt gegen Curacao (14. Juni, 19 Uhr), Elfenbeinküste (20. Juni, 22 Uhr) und Ecuador (25. Juni, 22 Uhr) in akzeptablen Fenstern. Schlechte Nachricht: Wer Usbekistan–Kolumbien sehen will, stellt den Wecker auf 4 Uhr. Oder lässt es eben. Schlaf ist auch ein Hobby.

Berlin wird zur megabüffet-wiese
Die Stadt schaltet auf Tor-Modus. Fanmeile Brandenburger Tor? Fix. 11Freunde zieht ins BRLO Brwhouse am Gleisdreieck. Beach Neukölln und Naumanns Biergarten melden sich ebenfalls ab Sommer 2026 zurück. Die Frage ist nicht mehr „Gibt es Public Viewing?“, sondern „Wo gibt es keines?“ Lärmschutzverordnungen sind seit 2006 reine Formsache – solange der Ball rollt, rollt auch die Sondernutzungserlaubnis.
Spielerisch sieht’s mau für Hertha BSC aus, dafür liefert Union Berlin einen kleinen Weltpokal-Frachtaufzug: Woo-yeong Jeong (Südkorea), Derrick Köhn (Ghana), Josip Juranovic (Kroatien) und Leopold Querfeld (Österreich) dürften startberechtigt sein. Ex-Herthaner Ibrahim Maza reist mit Algerien an. Und die deutsche Farbe? Antonio Rüdiger und Maximilian Mittelstädt stehen so gut wie fest, Maximilian Beier aus Brandenburg taucht erstmals auf dem Radar von Julian Nagelsmann auf. Robert Andrich, Kevin Schade und Tim Kleindienst müssen bangen – Verletzung, Form, Konkurrenz. Die Quote spricht gegen sie, der Traum lebt trotzdem.
Fazit: In 100 Tagen beginnt die größte WM der Geschichte. Die Tickets werden knapper, die Wecker früher, die Public-Viewing-Flächen größer. Berlin spielt nicht mit, aber Berlin schaut zu. Und wer jetzt noch zögert, zahlt später drauf – oder schläft eben beim Iran-Spiel ein. Beides ist kein Schicksal, sondern eine Entscheidung.
